Lebenslabyrinth - meine Geschichte

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Apfelkuchen und der 3. Oktober

...da sich so manch einer wegen meiner geernteten Äpfel Gedanken macht - hier mal mein kre-ierter Apfelkuchen nach etwa folgenden Rezept:

http://www.chefkoch.de/rezepte/419821132593562/Schneller-Apfelkuchen-vom-Blech.html

...wobei ich ihn motifiziert hab von den Zutataen: statt Butter - Alsan-S-Pflanzenmagarine, statt 250gr Zucker "nur" ca. 170gr (reicht völlig), statt 5 nur 4 Eier (hatte nur noch 2 im Kühlschrank und hab bei meiner Nachbarin Äpfel gegen 2 Eier getauscht) - später kam sie noch vorbei und wollte das Rezept wissen - ich, als moderne  "Bäckerin" - hatte es z.Z. noch per Notebook aus dem Internet am Küchentisch "aufgeschlagen", bzw. per PDF runtergeladen - und so wurde es kurzerhand nach althergebrachter Methode - Stift und Zettel - "abgeschrieben" und dann hab ich noch einen Rest gemahlene Haselnüsse untergerührt - das Ergebnis sieht so aus:


>> Tipp: nach dem Backen, vorm Servieren, noch mit einer Schmand-Sahne-Schicht bestreichen> noch leckerer! ...und sowieso köstlich fruchtig! (Frucht-Teig Verhältnis ca. 2:1 -und so  bestens geeignet, wenn viele Äpfel da sind...)

...soviel dazu - bevor nun der deutsch-deutsche Vereinigungstag und die Herbstferien für mich begonnen haben... was hat eigentlich der 3. Oktober mit der bundesweiten Öffnung der Moscheen zu tun?... ich bin sehr für multikulturelles Interesse zu haben, aber just am 3. 10. den "Tag der Moscheen" auszurufen...? ...könnt ich mir eher am Grenzöffnungstag (11.11.) vorstellen - naja, ich wurde nicht nach meine Meinung gefragt...

 

 

 

 

3 Kommentare 2.10.16 23:55, kommentieren

Apfelernte und Lebensgedanken

Ich stehe auf der kleinen 6-sprossigen Aluleiter oben drauf, mit dem Apfelkäscher in der Hand nach den schönsten Äpfeln des Baumes hangelnd ganz oben in der Krone - zwar etwas mühselig aber auch schön - die Sonne schien, es hatte zwar in der Nacht geregnet, aber Blätter und Gras waren trocken... der Baum steht im Garten der Ex-Schwiedereltern, die seit gut 2 Jahren altersbedingt nicht mehr dort leben, sondern im Pflegeheim. Matthes, mein Ex ist seit einem Jahr dran, das Haus zu entrümpeln (oh was wurde da alles "gesammelt" oder eher gehortet!) - ich habe auch einiges für die Kids und mich mitgenommen - vor allem gute Werkzeuge, aber auch schöne Leinendecken, Weingläser - schöne Gebrauchsgegenstände und ein paar alte Bilder. Nun wird es demnächst verkauft mit dem Garten... Matthes harkte unterm Baum die unzählig vielen kleinen Äpfel für die Biomülltonne zusammen und erzählte, dass Oma sich vor kurzem mit Simon unterhalten hat - "das er ja jetzt in einer Autowäscherei ein bisschen arbeiten täte"... -  ein AHA kam aus mir heraus und ich biss schnell in einen knackigen Apfel, um diese Ungeheuerlichkeit zu "verdauen" - mir war klar - Simon lügt wie gedruckt... und das Matthes ihm von Oma mal 30€ überwiesen hat, aber kein Danke dafür gehört hat... - ja, es stimmt wohl zu sehr, dass die Süchtigen mit allen Mitteln versuchen, sich Geld zu erhaschen... ich hab ihm ja auch in Kleinstdosierung für die vergangenen 14 Tage aller 4 Tage was fürs Nötigste überwiesen, als er mich um Hilfe bat, nachdem er wieder "unter Druck" stand und alles Monatsgeld entsprechend von einem zum anderen Tag verbraten hat... aber diese Lügerei macht mich wütend - ich hatte vorgehabt, ihm für die 3 letzten Tage noch "zu versorgen" - aber nee, das hab ich jetzt gelassen - hatt eh auch nix mehr gehört von ihm... "Sinn"-Fragen beschäftigen mich gedanklich, während ich einen Apfel nach dem anderen mit der "verlängerten Hand" pflücke... Was kann man Kindern wirklich mit auf den Weg geben?...

 

Jeder Mensch bekommt doch etwas "für den Lebensentwurf" zur Geburt mit auf den Weg - Eltern bemühen sich meist für ihre Kids, dass sie "ihren Weg" finden - mit der Hoffnung auf Zufriedenheit, Wohlergehen, Gesundheit und ein gewisses Lebensglück. Ja - viel Kraft wird da investiert, eigene Vorstellungen dieser "Hoffnungen" (oder Lebenswünsche genannt) an die Kids weiterzugeben... In der Regel gehören zwei dazu, die diese "Projektionen" vornehmen - nach eigenem Modell, im Guten gemeint – um im Heranwachsen auf den vielen möglichen Wegen den Eigenen zu finden, statt Irrwegen zu folgen...

Was aber, wenn der eine Elternteil Hüh und der andere Hott sagt? - entsteht Orientierungslosigkeit?

War meine frühe Kindheit von solch Orientierungs-losigkeit geprägt? - Nein! - ..."damals" waren sich meine Eltern "einig", wie man leben und die Kids erziehen will - unbeirrt von allen "modernen" Lebensmodell-Strömungen wurde die eigene Lebensansicht umgesetzt... - Ist es das, was mich zum "überlebensfähigen" Menschen macht - was mich ("gestärkt"...) die Hürden nehmen ließ und noch heute nehmen lässt? - ja waren selbst die züchtigen Schläge "nur gut gemeint", damit der "solide" Weg klar wird bei aller "kindlicher Unvernunft"?...

 

Und meine Kids? - sie mussten im Kindergarten- und Vorschulalter "auf Grund der Uneinigkeit"  die Elterntrennung erleben (wie bei so vielen) und sich permanent mit unterschiedlichen Lebensentwürfen nicht minder herumschlagen - was entsteht da im Kopf? - Kraut und Rüben!...

Ängste und Unsicherheiten versuchten sich womöglich schon früh unbewußt einen Weg aus diesem Labyrinth zu bahnen - sei's durch stundenlanges Daumenlutschen (Mirjam) und körperangespanntes Malstift-oder T-shirt-Zipfel-“Schnorcheln“ (Simon)... nein, es war mir schon damals bewusst, dass diese Ausdrucksformen "nicht normal" waren! - bei Mirjam hat es sich dann fast schlagartig gelegt, als sie den gymnasialen Zweig in der Schule besuchen durfte ab der 5 und sie als erste  eine Zahnspange bekam... bei Simon dagegen blieb der "süchtige Schnorcheldrang" - (das war unerträglich mit anzusehen - aber mein damals hilfesuchender Weg zum Kinderpsychologen brachte nix, außer Verunsicherung, als ich mitkriegte, dass es demjenigen mehr um seine Doktorarbeit als um die Hilfe für meinen Sohn ging!)...

Wie wird natürliche"Ellenbogen-Mentalität" erzeugt, um sich des gesunden Menschenverstandes wegen nicht unterkriegen zu lassen und immer wieder ein "Stehauf-männchen" sein zu können? Was, wenn diese "Grund-fähigkeiten" - im Leben zu bestehen - nicht "erwacht" sind (konnten)?

...dann wird es als "erkrankt" gesehen/anerkannt... - aber... - ab dem 18. Lebensjahr muss man's selber erkennen(!) und selber "stark sein", die Hürden des "Gesundwerdenwollens" zu schaffen - ein starker Wille ist Voraussetzung, um den Platz einer langfristigen Therapie zu bekommen - die KK, bzw. RV will eine "Kämpfernatur" sehen - dem "eisern gesetzten Ziel“ entgegen - ICH WILL (konträr zum Willen der „Drogen-Krake“, die sich ins Gehirn „gefressen“ hat)!

...und mein "Ich"? - das sagt mir gesunden Menschenverstandes, ganz so "funktioniert" das nicht - kann gar nicht - sonst wär derjenige ja gar nicht (psychisch) akut krank – der-/diejenige besäße noch die Oberhand über die Drogensucht, um sich sein Leben mit KK und RV zu erkämpfen!

Und...wenn "Er nicht will"...dann ist das womöglich seine persönliche "Lebensansicht"... womöglich "will er gar nicht anders" als so wie's ist?... sollte es nicht eher heißen „Er kann nicht (anders) durch diese "Fremd-steuerung"? - und wie kann diese "ausgeschaltet" werden? - bedarf es nicht der aktiven Unterstützung von außen?...

Der Apfelbaum ist fast abgepflückt - ich werde die Äpfel z. T. weitergeben, da es keine Lagersorte ist - ein paar an meine liebe Nachbarin, an S., an Musikkollegen...und wenn ich in den kommenden Herbstferien wieder nach B fahre, dann sind auch die Äpfel im Gepäck...

 

7 Kommentare 29.9.16 23:04, kommentieren

sonntägliches Rampenlicht

Sonntag, 18.9., 23.50uhr - ich bin unsäglich erschöpft...

Montag, 19.9., 13.00uhr - konnte mich mit langem Ausschlaf erholen (bis 10uhr), aber  viel organisatorischer Kram wartete darauf erledigt zu werden, der wegen des Konzerts am Sonntag liegen blieb...

WE-Rückblick:

Sa, 10.30uhr: zwei Schüler(Geschwister) erhalten ihren umverlegten Fr-abend-Klavierunterricht nachgeholt, da ich abends auf einem (im nachhinein schwärmend) unverhofft gutem Jazzkonzert war... ich spielte den beiden einfach mal was aus dem Konzertprogramm vor, was am So bevorstand (so wie früher mein Dozent uns Studenten mal zur Generalprobe was vorspielte, um sein Lampenfieber einzudämmem)- die beiden fandens auch ohne Gesang schön und ich habe meine erste Aufregung vorm Konzert loswerden können...

Sa, 12uhr - Generalprobendurchlauf mit der Sängerin ohne Kommentar und Korrektur - einfach mal die Konzertsituation praktisch "vorspielen" - mal sehen, was, wie's kommt... und Kleidungsbesprechung anschließend...

Sa, 15.30uhr - fertigmachen zur Probe mit der Barockband für das Konzert am darauffolgenden So - einschließlich Fotosession für den Wechsel der Oboisten  - zum Cembalostimmen muss ich rechtzeitig vor Ort sein  - 17uhr Beginn, Ende 20.30uhr

...danach Fahrt zu S., der von meiner Noch- und Schon-Anspannung nix wissen wollt, mich einfach nur auf Entspannungsebene erleben wollt - okay - war (auch im Nachhinein sagend) wohl "gute Medizin" - das verordnete Abschalten...

Der So-morgen begann mit servierten "Kaffee im Bett" - lieb ich. ...dann allmählich in die Gänge kommen, später Brunch mit Frühstücksei und selbstgemachte Aprikosenmarmelade - die "Ruhe vorm Sturm"...

So, 13uhr - mitten in Konzertvorbereitungen kam das "große Flattern" - oh je... zum Glück fand ich die kleinen Baldrian-Dose  (3 Perlchen genehmigte ich mir) - nach letzter Kontrolle, alles dabei zu haben  (- ausgedruckte Programmblätter, Spendenhut, Künstlervertrag, Flasche Wasser, Kleidung, Schminke, Visitenkarten, Verbandsflyer, Noten!, Notitzen zur Begrüßungsrede...) - die Zusatzbelastung, neben dem Auftritt auch gleichzeitig die Organisation für das Musikverbandskonzert zu haben, belastete mich...wir veranstalteten ein Konzert in 3 Blöcken, also 3 völlig verschiedenen Programm-Punkten, die das künstlerische Schaffen innerhalb des Verbandes repräsentieren, ihn quasi ins Rampenlicht setzen. Da war die Latte des Leistungsanspruchs hoch angesetzt...

15uhr - Einspiel auf dem Podiums-Flügel - meine Sängerin wartete eine Weile, dann kurze Ansingprobe  bevor der nächste zum Einspiel da war... oh, oh - ich hatte das Gefühl, dass der Flügel nicht das tut, was ich will - das Handicap der Pianisten traf wieder mal zu - sich auf die Gegenbenheiten des vorhandenen Instruments einstellen müssen - hätt mir einen Flügel erhofft, der "abgeht wie Sahne" - das "Flattern" kam wieder  - zum Glück hatt ich mir die Baldrians noch mitgenommen, um die innere Unruhe dosiert zu dämpfen... schnell die Konzertklamotte an

16.30uhr - die Zuhörer kamen, freundliches mitbegrüßen... ich seh überraschend S. schon sitzen, der eigentlich nicht kommen wollt..., dann taucht ER auf - das gab mir innerlich plötzlich total Input und auch meine Klavierkollegin kam zum Daumendrücken und dann auch noch Eberhard...

17.00uhr -Konzertbeginn mit "Panne" - Stromausfall - die Notbeleuchtung versetzte den gut besuchten Saal in Dämmerstimmung - da "ohne Strom" gespielt wurde, konnten wir trotzdem beginnen, es  reichten Pultleuchten mit Akku, um die Noten lesen zu können... nach Begrüßung und Verbeugung begann die "Tuchfühlung" mit den Flügeltasten - schon mit dem ersten Ton kam in mir unverhofft angenehmes Wohlgefühl auf - ich war "eingestimmt" - konnte mich auf die Eigenheiten des Instruments einstellen, so dass er das klanglich hervorbrachte, was ich ausdrücken wollte, um gleichzeitig natürlich den Gesang zu tragen... die Anspannung war groß, vor allem vor der Kür der virtuosen Klippen....  geschafft! - Beifall, endlich zum Publikum setzen und dem weiteren Programm zuhören können...ER saß neben S., sie kannten sich ja nun schon vom Theaterbesuch im Frühjahr her - und neben IHM war ein Platz frei -ich setze mich und seine Nähe tat mir gut - und dann am Schluss des Konzerts - ich weiß, dass er sehr kritisch ist in der Beurteilung von Musik - seine Bewunderung über mein Spiel und meine Interpretation - das war wie ein Sog ganz tief - einfach schön...

Nach dem Zusammenpacken aller Utensilien klang der Abend gemütlich in einer guten Pizzeria aus ...(fast) alle Anspannung war gewichen - und im nächtlichen Dämmern drängte sich wieder mein Herzenswunsch ins Bewußtsein - da kann auch keine neue Bekanntschaft mithalten, die steht eher im Schatten und nicht im Rampenlicht...

 

 

3 Kommentare 22.9.16 00:52, kommentieren

am 17.09. 2016 war TTIP Großdemo

...wenn mich nicht Konzert-Probenarbeit aufgehalten hätt, wär ich gern dabei gewesen. So blieb nur das Verfolgen aus der Ferne und diese Info landete dann in meinem Postkasten:


 

Weitere Infos und Berichttext kann man über den Link an der Seitenleiste sich einholen.

20.9.16 14:50, kommentieren

Septembersommer

...gleich muss ich mich aufmachen zu einem kleinen "Open-air"-Konzert in einer winzigen Kapelle, wo die Musiker in weit geöffneter Kapelle spielen und das Publikum draussen auf Klappbänken unterm Sonnensegel Platz nimmt - habe Eberhard (Gesang und Trompete) mit seinem Unterhaltungsprogramm aus Musicalmelodien, alten Schlagern und Chansons am Klavier zu begleiten - bei unbeschreiblich schönen sonnigen Sommerwetter!... in der Zeitung stand, dass dies die wärmsten Septembertage sind seit 17 Jahren... das hat mich zurückerinnern lassen, bzw. ich erinnerte mich schon vorher dran, als meine Kinder noch klein waren - 1999 - ich spielte am "Tag des Denkmals", der immer Anfang September ist, in einem kleinen Schloß Cembalo zu einem Märchenprogramm am Nachmittag. Meine Rhöner Freunde waren mit ihren Kids auch gekommen. Nach Ende der Veranstaltung war es so heiß im Auto, dass ich dachte, mein Instrument nimmt Schaden - mit allen Fenstern auf, ging es damals auf schnellsten Weg nach Hause, Cembalo ins Haus transportiert und ab ins Schwimmbad mit den Kindern - es war unglaublich heiß gewesen!... heute brauch ich kein Instrument selber mitbringen, ein gutes E-Piano steht zur Verfügung und  so werd ich den Sonnenschein einfach geniessen - trotz der Aufregung, die ein bisschen beim Spielen dazugehört ;-) 

5 Kommentare 11.9.16 14:16, kommentieren

wieder Berlin

...hätt auch schreiben können: "wieder Simon" - ...nach einem interessanten Musikseminar-WE in Dessau, zu dem ich mir in der vorhergehenden Woche den Do und Fr frei genommen hatte, fuhr ich - da fast auf dem Weg liegend, am So-abend noch nach B - ich nahm mir kurzerhand auch von Mo bis Mi frei - ich konnt nicht anders... was erwartete ich von dieser Tour? - Eine Woche zuvor endlich seit Wochen wieder Simons Stimme am Ohr - er wirkte gelassen - anders als Mirjam vorher mir im Telefonat mitgeteilt hatte - ...auch sie hatte ihre Sorgen mit den Bafög-Amt, um die 4 Monate England anerkannt und finanziert zu bekommen - aber bei ihr weiß ich, dass ich ihr mit Erfahrung und Worten auch per Telefon helfen kann... aber bei Simon? - wenn überhaupt, ist nur vor Ort Kommunikation möglich.

Treff am Prenzlauer Berg bei Michelle am So-abend - wir wollen zu fünft gemeinsam Essen gehen: Simon kommt mir entgegen, seine Haare sind wie sein Äußeres - entgegen seiner eigenen bisherigen (Selbst-)achtung  - eher ungepflegt. Trotzdem freu ich mich, ihn einfach umarmen zu können und ihm vlt. mal wieder was Gutes zu tun. Immerhin war er ab und zu wohl mal bei einer von den Dreien (Michelle, Mirjam oder  Ra) aufgetaucht, sogar zur Lagerfeuer-Party bei Mirjams Geburtstag. Wir ließen es uns gut schmecken und dazwischen gab es lockeren und ernsten Gedankenaustausch. Mir war wichtig, die nächsten zwei Tage für notwendige Hilfen mit Simon abzusprechen, in der Hoffnung, dass am nächsten Tag nicht alles anders ist durch negativen Stimmungswechsel. Als es ums Übernachten ging und ich fragte, wo er heut sein wird, kam etwas gedehnt: najaa, entweder bei Freunden, die im  Moabit wohnen oder bei Michelle - ein fragender Blick. (Michelle sieht dünner aus, ob vom Stress (?)... ) Wir überlegten, ob er mit zu Mirjam kommt, obwohl sie gerade jemand aus der Asylgruppe da beherbergt...dann stimmt Michelle zu, dass er bei ihr schlafen kann, da er auch seine Sachen u. Unterlagen bei ihr lagert, die er am Mo-vormittag braucht. So ganz wohl fühlt sich keiner bei der ÜN-Frage für Simon...

Ich kann bei Mirjam in der WG in Weißensee schlafen - das Zimmer ist gen Ost - das fühl und seh ich in den frühen Morgenstunden, als ich liegend im Bett von der aufgehenden Sonne geweckt werde...

...Simon hatte mir am Vorabend gesagt, ich solle ihn gegen 12 anrufen, wenn er mit Arzt-und Sozialamtstermin fertig sei... ich tu's und - er "lallt" im verschlafenen Ton mir etwas, dass er noch nicht fertig sei (ich "hör", dass er gar nicht aus dem Bett gekommen ist) u. dass er sich später noch mal meldet. Trotzdem mach ich mich auf, um das Fahrrad, das ich im März durch Eberhard für ihn hertransportieren ließ, fahrtüchtig machen zu lassen. Ich treff Michelle zum Glück noch an, sie schließt mir schnell den Keller auf u. ich geh zu der Werkstatt gute 300m entfernt u. klopf auf die Dringlichkeit, so dass es bis zum Abend fertig wird. Danach fahr ich nach Neukölln, um mit Simon allein zu Essen (Mittagstisch zur Kaffeetrinkenzeit). Dann geht es um die Suche nach einer Isomatte, die er für den Notfall braucht - nach mehreren Geschäften endlich im Intersport preiswert zu finden... Erhalte per SMS die Info, dass das Rad fertig ist - fahre zum Abholen mit Simon zusammen hin (ganze 17€ für den neuen Schlaucheinbau und ein bisschen Nachölen braucht ich zahlen)- er freut sich, auch wenn wir erfahren, dass es insgesamt sehr general-überholungs-bedürftigt wäre... Da sieht Simon schräg gegenüber einen Nettomarkt, er klagt über Durst u. seinem Bedürfnis, mal ein Bier trinken zu wollen... erbittet sich 2€ von mir u. verschwindet im Supermarkt. Ich warte beim Fahrrad, was noch kein Schloss hat... - er taucht auf und jetzt erst versteh ich, was er sagte: Ich wüßte nicht so recht, was ihm gut täte, deshalb wolle er selber kaufen(!) - ein 4er Schnapsgläschen-Pack - mir klingeln die Alarmglocken - das auch noch! - und was muss ich erleben? - er öffnet die Bierflasche, trinkt ein paar Schluck und hinterher das erste Schnapsfläschchen - dann schiebt er mit der Bierflasche in der Hand sein Fahrrad - sieht an einer Baustelle zwei leere Getränkepfanddosen - verstaut sie in seinem Rucksack - und - als "Erfolg" muss er die gleiche Zeremonie auf offenen Gehweg in der Nähe eines noblen Imbisses wiederholen, nachdem er mir das Fahrrad in die Hand gedrückt hat...puh, die große dicke Sonnenbrille wünschte ich mir, um nicht erkannt zu werden - (auch wenn mich hier eh keiner kennt) - warum macht er das vor mir? Kurze Zeit drauf kommen wir an einem Eisstand vorbei, wo er schaut, ob ein "alter Bekannter" aus OS schafft - nein, heut ist er nicht da - und ein "Frustgläschen" muss wieder herhalten ...meine Nerven stellen sich auf "Distanz", um nicht loszuschreien (!) - warum? - auch aus Ärger? Frust? Ohnmacht?... wir ziehen weiter bis zu Michells Haustür - dort schnell noch im Gemisch des Biergeschmacks die letzte Schnappsflasche... -nun ist er "beruhigt" - oh Gott wie krankhaft! - ich geh nicht mit hoch zur Wohnung - wir verabreden noch den Treff am Waschsalon, damit er zumindest mal wieder frische Wäsche hat... Michelle kommt auch mit - 14 Kilo, die größte Maschine braucht er... während die Wäsche wäscht, holen wir uns was in der Abendschwüle "auf die Hand".  Fahr nachher die feuchte Wäsche noch vor Michells Haustür und dann gleich weiter zu Mirjam... sie wollte mir mal genauer zeigen, wo sie sein wird in den 4-monatigen England-Semester - schauen uns im WG-Zimmer dazu Google-Bilder und auf Google-Earth die Gegend im nördlichen Zipfel von Irland an, wo sie in einem 3-Zi-Häuschen einer Freundin wohnen kann u. dann in Nordirland, ca. 30km entfernt, die Seminare besucht. Wow - scheinbar kann man auch da schon Nordlichter sehen... beim Essen am So-abend hatten wir schon gescherzt: wir kommen alle zu Besuch und feiern Weihnachten in Irland in ihrem einsamen "Castle"...

...am nächsten Morgen: Ra, Mirjams afrikan. Freundin, hat Geburtstag - ich ruf sie erst mal an, dann verabreden wir zum Nachmittag ein Badesee-Date zus. mit Mirjam und...(?) und für abends will sie kochen und alle einladen...

Zuvor will ich noch mit Simon wichtige Wege erledigen, die ihm "über den Kopf gewachsen" sind, damit er wieder ein bisschen "Land in Sicht" sieht: ihm wurde Anfang August das Portomonnaie mit allen wichtigen Karten gestohlen und im nachhinein ging das Formular/sein Nachweis der diesbezüglichen Polizeianzeige verschütt... wo beginnen? - zum Glück lag bei Michelle sein neuer Jobcenter-Bewilligungsantrag, womit er sich, neben einer Perso-Kopie, die er von seiner Sozialbetreuerstelle bekam, zumindest mal "identifizieren" kann... wir fuhren erst mal zur Bank wegen der Neubeantragung der Girocard. Eine sehr freundliche Beraterin ließ uns ins Büro und bearbeitete den Sachverhalt - ihr war anzumerken, dass sie den wahren Lebensumstand von Simon spürte und einfach helfen wollt - sie leitete die notwendigen Dinge ein auch ohne Gebühr - so dass er hoffentlich bald wieder an sein zum Glück nicht mehr weiter überziehbares Konto kann... dann nach Neukölln zur Polizeistelle, um die Anzeigenbescheinigung noch mal ausgedruckt zu bekommen - auch das klappte und dort zog er noch eine Bescheinigung seiner PSB hervor. Ich drang drauf, dass wir alle Bescheinigungen kopieren, sowohl für ihn, als auch für mich (auch für meine jährliche ESt-Erklärung) und ich alles auch einscannen kann und ihm zusende, damit sie auch online notfalls abrufbar sind.

Die nächsten Wege wollte er allein machen (Sozialamt, um wenigsten einen Wohnheimplatz zu bekommen) und seinen Substitut-Arzttermin. Okay, ich fuhr ein Geschenk kaufen für Ra.. Später rief Simon mich an, dass kein Wohnheimplatz derzeit frei ist, aber er zur Überbrückung die ÜN in einem Hostel bis max. 35,-pro Nacht finanziert bekommt - so war das "Dach übern Kopf" erst mal zum Aufatmen... Zum Nachmittag war er dann müde, wollt nicht mit zum Badesee - aber es war sehr heiß! und um so schöner ins erfrischende kalte Nass zu tauchen...

Abends noch mal zu fünft Geburtstagstreff bei Ra. Es gibt afrikanisch gekocht weißen Reis, Gemüse-Hühnchen-Pfanne und ein schwarzes Pesto dazu - interessant und lecker. Nach dem Essen brach Michelle gleich auf, sie hatte noch einem Treff, und Simon wollte ein bisschen ruhn (sein Konzentrationsvermögen ist sehr eingeschränkt), so dass wir zu dritt ein Memory mit 32 Engelsabbildungen von Paul Klee spielten u. erstmals ausprobierten, das ich inDessau im Bauhaus mir gekauft hab. Ra hat sowas noch nie gespielt und es war alles andere als einfach, aber es hat Spaß gemacht. Ra war auch noch nie im Kino, deshalb hatte ich ihr zwei Gutscheine dafür geschenkt - das hat sie sehr erstaunt. Da ich am nächsten Morgen früh aufbrechen musst, um nach OS bis zum frühen Nachmittag zu sein, fuhren wir zu Mirjams WG - wir nahmen Simon mit, denn einen Hostelplatz hatte er erst ab der folgenden Nacht...auf dem Weg zum Auto schnurrte er noch mal mir 5€ ab für eine Packung Tabak - an den 2 Tagen hatte er sonst andere Leut angequatscht wegen einer Zigarette und auch vor meinen Augen zwei Zigaretten zum abqualmen aufgelesen - da half auch kein erschrecktes Nein! - war's aus Provokation oder der Suchttrieb, der den Verlust der Selbstachtung mit sich bringt?


Nach dem nochmaligen wunderbaren Sonnenaufgang und einem gemeinsamen Frühstückskaffee ist auch Simon mal früher in die Gänge gekommen - wir verabschiedeten uns herzlich, ich hatte das Gefühl, dass er doch froh war, dass wir erste Schritte zum wohler fühlen getan haben, um hoffentlich bald klarer (nach-)denken zu können auch über seine Situation. Die vergangene Zeit war vom "nackten" Überleben von einem zum anderen Tag geprägt - ich hoffe, wenn die notwenigsten Sachen sich regeln, dass er mehr an Perpektive denken kann, die er derzeit verdrängt... 

Wieder in OS angekommen - trotzt Stau noch rechtzeitig - entspannte ich erst mal im Eiscafé, bevor ich noch Noten kopierte, 2 Schüler unterrichte und  meinen Chor zum Spätnachmittag leitete. Zum Feierabend schien noch wunderbar  die Sonne, so dass ich in einen schönen Park mich auf einer Decke ausruhte und sonnte, dabei das schöne "fleurs d'ici" - Beet für Insekten bewunderte und mit dem Sonnenuntergang mich dann endlich nachhause trollte...

 

3 Kommentare 28.8.16 16:29, kommentieren

Neuer Start

…die Ferienzeit geht zu Ende – sozusagen ein Neustart in den Alltag ist in kommenden Tagen angesagt…
Ich bin froh durch die eben erst vergangenen Urlaubstage mit (etwas) freien Kopf starten zu können und noch genügend Zeit zum Üben und Proben für die anstehenden Konzertverpflichtungen zu haben.
Was macht mir den freien Kopf? – Radeln! -  und ganz neue Eindrücke, bis dahin Unbekanntes, aufnehmen … Ja, es war eine super Idee, mal abseits von DD nach Sehenswertem Ausschau zu halten und eine Tour zusammenzustellen:
Erst entlang der Neiße mit Besichtigung der Stadt Görlitz u. seinen imposant sanierten alten Bürgerhäusern, die ohne Kriegsschäden die Zeit überdauert haben,


dann nach Bad Muskau u. dem wunderschönen Fürst-Pückler-Park


und dann gen DD mit Bummel durch Bautzens mittelalterliche Turmanlage

(mir war allerdings gar nicht danach, auch das ehemalige Stasi-Gefängnis dort anzuschauen)
und dann ein paar Stunden in DD als Abschluß der Sachsentour.

Hier verabschiedete sich meine Kolleginfreundin, um wieder nach OS zu fahren, bevor für mich die Tour an meiner Gartenhütte bei EF noch ein bisschen weiterging.  
Da meine Rhöner das Paddeln auf der Elbe entlang der Sächsischen Schweiz leider absagen mussten, war ich in DD erst mal drauf und dran, einen Abstecher nach B zu machen, um die Kids zu besuchen und Simons spärliches Mobiliar aus der Betreuungswohnung, aus der es raus muss, zum Unterstellen in den Keller bei Mirjams afrikanischer Freundin, wo schon anderes lagert, zu bringen. Leider war es aber unmöglich, Simon zu erreichen... ich stand mit Mirjam und Michelle in Kontakt, die aber genauso wenig wie ich über den Drogennotdienst ihn erreichen konnten und von dort - der Schweigepflicht gemäß - keine Auskunft über seinen Verbleib gegeben wurde - das empfindet man dann schon als "mauern"! Was soll daran "Hilfe" sein? - wie wird überhaupt darauf geachtet, dass er nicht umkommt? - ja, meine Gedanken sind immer mal wieder beim "letzten Weg"...

Dann reiste meine Rhöner Freundin allein für 3 Tage mit dem Zug an und wir machten Radelausflüge von Vieselbach aus in die Umgebung. Auch Eberhard gesellte sich in den Tagen, nach gut verlaufener Augen-OP in München, mit seinem Wohnmobil  noch dazu -  er wollt unbedingt mal wieder hier sein - ich war eher froh, dass ich nicht allein mit ihm war - und so wurden es noch gesellige Tage zu dritt.

Ich selber hab mich in der Sommerzeit wieder mal auf den Weg gemacht, eine liebevolle Beziehung "fürs Leben" zu finden... vielleicht wird es auch da einen "Neustart" geben, aber das steht eher noch "in den Sternen"...und - da ist ER - als er sich per Mail in den letzten Tagen gemeldet hat, da waren alle meine Gedanken wieder  "gepolt" - und das, obwohl mir mein Verstand sagt, so wird es keinen Neustart geben...!


3 Kommentare 31.7.16 16:55, kommentieren

echt entspannend...

...sitz an der Gartenlaube in Vieselbach - endlich mal richtig Sommer mit über 30 Grad tagsüber! - der Mond scheint wieder rund und schön, die Grillen zirpen...- und endlich den Arbeitsterminen in OS einfach entflohen - es wollt nicht enden mit dem Tun-müssen, was vor den Ferien nicht erledigt war - daweil ...die Ferienzeit ist voll im Gang... viel mit großer Urlaubsplanung war dieses Jahr nicht - stand mir gar nicht der Sinn danach ...aber jetzt wirds "ernst" - ich will, bevor in knapp 2 Wochen schon wieder (!) das neue Schuljahr beginnt, noch ein paar Tage  die Neiße an der deutsch-polnischen Grenze entlang radeln (in sanften Etappen) mit meiner  Kolleginfreundin (mit der ich Herbst 2014 die Kapadokienreise unternahm...) und mir auch endlich mal das wohl sehr schone Görlitz anschauen und danach im Raum DD noch meine Rhöner Freunde  treffen und mal eine Tag als Paddeltour mitmachen - das ist ja schon Urjahre her - in einem Sommer um 1983 rum - als ich mal eine richtige Faltboot-Paddeltour von Rheinsberg (Brandenburg) bis zur Müritz (nach Waren) mitgemacht hab - das war teilweise echt abenteuerlich, aber auch sehr romantisch gewesen...- mal sehen, wie ich mich nun Jahre danach fühle werde in dem schmalen schaukelnden "Kahn"... doch jetzt trink ich erst mal mein Glas Rotwein aus - lösch das Licht - die anderen Lichter in den vereinzelt stehenden Häuser sind schon aus. Nur meine Gedanken sind noch ein bisschen im Gestern... - hatte noch mal mit Simon telefoniert - er meinte, dass es möglich wär, die letzten Strafarbeitsstunden auch abzuzahlen - ob das stimmt? - aber ich hab mich gefreut, dass er den Sonntag mit Mirjam spazieren war... sie war zuvor ein paar Tage in OS - wegen eines Frauenfußballtourniers - so richtig kann ich's mir nicht vorstellen, dass sie diesen Sport, zwar nur aus Spaß, betreibt... sie sagte mir:"das Schöne dran ist, man kann alles andere drum herum mal vergessen, nur dieser Ball ist für diese Zeit wichtig - und das ist echt entspannend" ...(aha!) - vlt. ist es das ähnliche Gefühl, wenn ich Klavier spiele - da sind für diese Zeit auch nur die Töne wichtig - alles andere existiert dann einfach nicht - so gesehen also auch "echt entspannend" - so hoff ich - werden auch die nächsten Tage - in Ruhe das noch Unbekannte in Stadt und Land entdecken, schönes Wetter und mit allen Sinnen genießen, mal lachen, mal Stille spüren können...    

3 Kommentare 19.7.16 01:04, kommentieren