Lebenslabyrinth - meine Geschichte

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Hoffnung sollt nicht enden...

7.Mai - Samstagvormittag: Sonnenschein, bin im Garten - höre das Telefon... ein Anruf - seine Nummer - kann erst mal nicht abnehmen, obwohl ich mich freu... rufe eine Minute später zurück... ja - ER macht "Hausaufgaben" für den Vorstand unseres Musikverbandes - wir sprechen drüber, ER braucht noch Infos dazu...und ich frage noch, ob wir nach Schluß der kommenden Sitzung über mein Vorhaben, ein Bach-Konzert in Begleitung mit Orgel zu spielen, mal klärend besprechen können - ja, er hat danach noch Zeit... "beflügelt" gehen die Vorbereitungen für die Sitzung zum Montag (diesmal bei mir stattfindend) wie von allein... frisch gepflückten Melisse-Minze-Tee biete ich neben Kaffee und Sprudel allen Anwesenden dann an - Wohlwollen allerseits, gute Stimmung und Vorankommen in allen Punkten... dann sein Blick auf die Uhr - ER kündigt an, spätestens 12uhr gehen zu müssen... (?) - was soll das? ...lass mir die Enttäuschung nicht anmerken, dass er mit den anderen zus. das Haus verlässt... innerlich weiß ich, dass keine Antwort schon die Antwort ist  - die sicher "Nein" heißen soll - aber warum?...bin ich das Hindernis oder "mein" Bach?  - auch im Nachhinein keine Antwort per Mail...die Gedanken sind am kreisen...
   
Stattdessen eine E-Mail von Mirjam am 13.5., 7:38uhr, auf meine gestrige SMS-Anfrage hin, ob sie gut wieder in B von ihrer Dublinreise zurück sei:
"Liebe Mama, ich bin doch nicht zurueck geflogen, weil ich eine
Trommelfellentzuendung habe und Angst davor hatte, damit zu
fliegen...deshalb fahre ich jetzt gleich auf dem Landweg los. Ich fahre
heute mit dem Zug nach London, trampe nach Calais oder Gent und schlafe
bei Freund_innen dort. Koenntest du mir vielleicht ein Eurolines-ticket von
Bruessel nach Berlin am Sonntag fuer 26 Euro buchen, falls es das Angebot noch gibt?
Das waere toll. Sonst kein Stress! Mein Handy spinnt leider etwas, weiss nicht, ob
meine SMS ankommen.
Alles Liebe! Mirjam"
(...ich sende ihr kurz darauf die Eurolines-Buchung zu.)
14.05.16 8:13uhr – SMS von Mirjam:  War in Dover die Nacht, bin voll müde. Fahre jetzt nach Gent mit Auto-KZ: Ag2… u.dann von dort mit einem Bus weiter bis Brüssel,LG!
15.05.16 7:38uhr – SMS an Mirjam: Hi*Du bist gut in Brüssel angekommen und kannst das Busticket ausdrucken irgendwo? GLG mama
15.05.16 11:42 – SMS von Mirjam: Ja, ich bin bei  Tamara, hab super geschlafen u.das Ticket ausgedruckt. Tausend Dank! Wie geht es dir? LG!

 Ja, wie geht es mir? …war gleich nach dem Chorauftritt zum Pfingst-So-Gottesdienst  nach KS gefahren zum Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ und dort mit meiner Freundin vor Ort eingetaucht für  anderthalb Tage in die Welt der Höchstleistungen junger Musiker  –  war Zuhörerin mit Genuss - es war eine Freude: neben vielen  wunderbaren Darbietungen ganz verschiedenen Couleurs hörten wir Bachs Konzert für 4 Cembali  - gespielt von den 13-15jährigen (jüngste zugelassene Altersklasse) - mit welch einem Esprit vorgetragen!  Man kann nur staunen, dass  gut 2000 „Wettstreiter“ auf höchsten (klassischen) Niveau zusammenkamen, die aber  von der „Allgemeinheit“ kaum (im Vergleich zu Sportevents dieser Art eher gar nicht) wahrgenommen werden…
In meinem Innern  war ER mit dabei, "wir unterhielten uns" - ein Nebeneinander-Gefühl, dass ich schon von Kindesbeinen an kenne, auch wenn die Person gar nicht da ist...meiner Studienfreundin hab ich nichts davon erzählt...
     
Zwischendurch: ein Versuch mit Simon zu telefonieren – aber nur die speichervolle mailbox meldet sich wie schon die Tage zuvor…
Würde ich IHM von dem "anderen" Leben erzählen, zu dem ich mich wie "verdammt" fühle? - Nein, nur wenn absolut reale Vertrautheit aufgebaut wär... wenn, ja wenn...
16.05.16, 11:20uhr – SMS an Michelle: „Hallo Michelle*kannst Du mir sagen, wie es Simon geht? Hab lange nix von ihm gehört*GLG u.noch  e.erholsamen Tag! Dorehn"
16.05.16, 14:41uhr - SMS von Michelle: „Hallo Dorehn, es ist weil er sein Handy verpfändet hat, er geht es dann aber wieder abholen, wenn er wieder Geld hat. Es geht ihm eher gut! Dir auch einen erholsamen Tag! Wir gehen jetzt bei  Ra. klingeln und gucken wie es ihr geht! GLG Michelle“
Was ist wieder los? – kein Geld zur Mitte des Monats? – mir wird ganz krummelig…
19.5. - Schreibe eine "Rundmail"  an Mirjam, Michelle, Ra. und Simon.…Kündige mein Kommen zum letzten Mai-WE an...

An dem WE dazwischen ist noch ein Konzert im kleinen Rahmen mit meiner Barockband – viele neue Stücke haben ihren ersten „ Auftritt“, gehen sozusagen in die erste „Testrunde“ des sicheren Durchlaufs  der z.T. schwierigen Tempi- und Taktwechsel  der frühbarocken Kompositionen…diese sind in ihren "Eigenarten" sehr spannend und ich hatte u.a. ein Bass-Ostinat am Cembalo zu (um-)spielen, dass in der Abwärtsbewegung einem "lamento" glich, aber in Dur stand...wie heißt das dann? - war mir unsicher und stellte diese Frage Ihm - (natürlich auch, um wieder Kontakt aufzunehmen)... seine Antwort als Musik-Theoretiker:
"Hallo Dorehn,
nein, einen synonymer Name im Dur ist mir auch nicht bekannt.
Viele Grüße..."
So kurz sind eigentlich immer seine Antworten...daweil wünscht ich mir doch, dass mal "mehr" kommt als nur nüchterne Betrachtung und nette Grüße... Ich lauf durch den Tag und denk und wünsch... weiß, dass auch er demnächst wieder Konzert hat und..., dass wir beide eine Oper noch besuchen wollten... kurzerhand frag ich vorausschauend für Juni an...

Vorgestern: Meine letzten privaten Klavierschüler vom Freitag hab ich auf den Do vorverlegt…starte um 17.15uhr gen B – kann bei Mirjam übernachten, sie ist auch nur bis Sa-vormittag da, will noch auf eine Hochzeit einer Studienfreundin  ins mecklenburgische Land… Sa-nachmittag treffe ich noch meine Kolleginfreundin, die auch an dem WE zu einem großen Verwandtschaftstreffen in B weilt (sie erzählte, dass ihre Mutter es schon witzig fand, dass wir uns in B statt eher mal in OS treffen) ...danach ist etwas Zeit zum Bummeln angesagt, bevor ich Simon, Michelle und Ra. zum Essengehen treffe…Kommunikation ist nur über das Handy von Michelle möglich...Ra kann erst später dazu kommen, ich erwarte also Simon und Michelle - seh sie die Straße entlang kommen - sie winken schon - herzliche Begrüßung... wir entscheiden uns diesmal für "mexikanisch", ich bestell mir einen Salat in essbarer Maisschale... im Gespräch beim Warten aufs Essen wird mir mein vorher bestehendes krummeliges Gefühl bestätigt - Simon war wieder "auf Trip" und er flog aus der betreuten WG, musste sein Zimmer räumen, so sagt es der Vertrag mit den Sozialen Dienst ... wie lange schon? - seit Ende April, den ganzen Mai schon...wo weilst Du derzeit? - bei Michelle... - sie nickt nur - oh Gott, wo nimmt sie die Kraft her, ihn so krankhaft zu beherbergen! - es ist einzig und allein die Hoffnung! - Hoffnung auf Einsicht, Konsequenz, Neuorientierung - durch Liebe! Er will in die Therapie, hat seine "Arbeit statt Strafe" in "Therapie statt Strafe" umändern lassen... mir fällt grad auf, dass ich gar nicht gefragt hab, wie dieses (gerichtl.) Procedere dazu ablief - ich war einfach zu sehr "durch den Wind", obwohl ichja schon mit dem Schlimmsten gerechnet hatt' - ob ich's im Nachhinein mal erfahren werde?
...Simon hat ordentlich Hunger - er sieht dünner aus - aber nicht ungesund ausgemerkelt - nein, eigentlich recht gut beisammen... Warum dann das?! - als seine alten Freunde ihn besucht hatten und dann "koksen" wollten, da hat er die Kontrolle verloren...- Was sind das für "Freunde"(?!), die so gedankenlos handeln und quasi ihn "verführen"? - ich könnt jetzt im nachhinein lauter Fragen stellen! - in der Situation selber befiel mich Traurigkeit, die ich mir nicht offen anmerken lassen wollte, aber die Bedrückung war durch "Leere" spürbar... Wird er den ersten Therapie-Schritt schon nächste Woche gehen? - erst mal "Entgiftung" (3-4 Wochen), danach Therapiebeginn (wenn sofort ein Platz "frei" ist!)...4-6-Monate soll es dauern - ...reicht das, um einen Menschen mit Depression und psychsomat.Schmerzen im Drogenentzug wieder "zu loten"? - daweil wär ich ja erst mal froh, wenn er diese Zeit durchhalten könnt!...

In Mirjams WG-Zimmer zurück, vorm Schlafen, schau ich noch mal Mails durch:
Seine Antwort:
"Nein,  die Opern-Termine passen mir  nicht - die nächste Zeit ist sehr voll,
ist einfach schon zuviel los. Kommt sie vlt. in der neuen Spielzeit?
Viele Grüße,..."
Lauter "Nein"s... und kein Wort darüber hinaus...nun ist es an mir, mich mit einem inneren "Nein"  lieber frei zu machen...?...

Vor meiner Abfahrt aus B will ich noch mal Simon treffen... er ist zur verabredeten  Zeit  noch nicht vom Substitutions-Arzt zurück... Michelle, zwar auf dem Sprung, gewährt mir Zutritt in ihre Stud.wohnung, die aufgeräumt und freundlich auf mich wirkt. Ich frage, ob er ihr Geld gegeben hat für den Monat..."nein, er hat ja keins" -  just kommt er zur Tür herein!   Michelle macht sich auf zu ihren Babysitter-Job und ich red mit ihm über den neuen KG-Antrag, der mir in dem Augenblick selber absolut unrealistisch wird - dieser blöde Formular-Kram... was soll das! ...geh auf dem Weg zum Auto noch mal mit ihm ins Cafe um die Ecke für einen Imbiss - beim Abschied eine lange Umarmung mit aller Hoffnung für ihn, weniger für mich...

30.5.16 00:42

Letzte Einträge: …von vielen Ereignissen überrollt, danken und hoffen, Hoffentlich nie wieder?, Petitionen contra Schönheitscreme und Regenwaldrodung

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


"Rex-Mama" / Website (30.5.16 11:58)
O ja, diese "Gespräche" mit anderen kenne ich auch zur Genüge,nächtelang habe ich sie schon geführt, obwohl ich ganz allein war.
Diese Gratwanderung zwischen deinen "beiden Welten" ist bewundernswert und ich wünsche dir weiterhin viel Kraft dafür. Suchtkrankheit ist die eine Seite, die andere betrifft die mögliche Co-Abhängigkeit der Angehörigen, deren Hölle oftmals kaum weniger selbstzerfleischend ist als die der eigentlich Kranken, nicht wahr?

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