Lebenslabyrinth - meine Geschichte

Letztes Feedback

Meta



Gratis bloggen bei
myblog.de





 

Kreis-Läufe des Lebens

…nun ist alles in üppiger Blüte und die Früchte reifen im Garten (die Erdbeeren sind gar bald vorbei) und das halbe Jahr ist schon wieder vergangen und…und… und!

Ich mache gerne kleine Momentaufnahmen, die für mich kurze Momente des Innehaltens sind, die mich berühren, die ich festhalten möchte für...? Einfach so, weil es mir Freude bereitet – so, wie‘s andere mit „irgendwas“ aus Sammelleidenschaft tun… ich sammel gern die Farben der Jahreszeiten, besondere Blicke und Erlebnisse zuhause und auf Reisen – Jahre später helfen sie mir  vlt., genau diese oder jene Situation wieder hervorzuzaubern, um das Besondere daran nachzuerleben...


Meine Blüten vorm Haus - jedes Jahr aufs Neue eine Augenweite!

Und da ist er - der Mond zur Sommer-Sonnenwende...

...ich war bei S. und kurz vor Mitternacht auf der Heimfahrt und beim über eine Brücke fahren, sah ich die große Laterne am Himmel - ich suchte eine Haltemöglichkeit, lief zu Fuß mit der Kamera in der Hand zu der gesichteten Stelle zurück... auch eine andere Fahrradfahrerin hielt an und nebeneinanderstehend versuchten wir beide "unser Glück" - von ihr erfuhr ich, dass dies der "Erdbeermond" sei, der wohl sehr selten so zu sehen ist...

Noch zuvor in der warmen Dämmerung machte ich am nahegelegenen Feld eine kleine Abendrundfahrt mit dem Rad - die erste Testrunde wieder nach der Knieentzündung und ich fühlte mich gut und ganz in meinem Element beim "Einfangen" der untergehenden Sonne...


Zuhause angekommen, empfing mich beim Lichtanschalten am dunklen Doppelfenster das Spiegelbild meiner Lampen im langgestreckten Wohnzimmer...


Als "Deko" hängt an einer ein kleines mamoriertes Osterei noch aus der Kindergartenzeit meiner Kinder (hat also 3 Umzüge überlebt), an der anderen ein zierlicher (Weihnachts-)Stern aus gestärktem Leinen - wenn mich jemand anspricht darauf, sage ich etwas "weise" scherzhaft - "ja, sie (die Dekos) symbolisieren das Leben, das sich doch immer wieder zwischen Weihnachten und Ostern hin und her bewegt..."

Es sind sozusagen Streiflichter für die Erinnerung – erst kürzlich las ich im Arzt-Wartezimmer  in einem Spiegel-Bericht über die Psychologie des Erinnerns, dass so manches rückerinnernd an "Einbildung" dazu kommen kann und eine im Extremfall völlig „verzerrte Realität“ später wiedergegeben wird… (das hab ich auch bei zwei meiner Schwestern mit gleich Erlebten erfahren) – nur Gespräche über das Erleben gleicher Situationen können hilfreich sein, um das eigene „Bild“ mit dem der anderen zu vergleichen, um das Erinnerungs-Puzzle wieder realistisch zusammenzusetzen…

Im Hier und Jetzt stürmen täglich auf mich Auseinandersetzungen ein, die an für sich zeitintensives Wichtigeres verdrängen, ich erlebe "die Zeit" als viel zu schnell, ja rasend,  so dass ich resignieren möcht... Für Außenstehende signalisiere ich anscheinend „alles schaffbar“ – jedoch im Innern fühl ich mich ganz anders - kein Vorwärts, eher als sei's ein  Lauf im Hamsterrad...

So wars auch vergangenes WE, als ich spontan wieder "Feuerwehr spielte" und eine Mitfahrgelegenheit nach B mit einer Chorsängerin nutzte, deren Tochter auch in B studiert. Von Michelle hatte ich schon zwei Wochen zuvor per Mail erfahren, dass sie Simon "vor die Tür" setzen musste (kann ich voll verstehen) und über Mirjam erfuhr ich, dass er in dem "Fixpunkt"  untergekommen ist... Michelle selber war am WE nicht da, teilte mir aber mit, dass er am WE bei ihr anzutreffen sei. Er selber meldete sich nicht, hatte sein Handy auch wieder in der Pfandleihe. Mirjam war es eigentlich auch gar nicht recht, das ich komm, denn sie wollte an ihrer Bachelorarbeit schreiben - ich wollte sie auch keinesfalls stören und mietet mich in eine kleine Pension für eine Nacht ein... auf der Fahrt am Samstag rief sie mich nochmal an,   dass sie am Abend gut mal eine Pause gebrauchen kann und sich mit mir treffen wollt - wir verabredeten uns am Prenzlauer Berg.
Angekommen, klingelte ich samstags zum frühen Abend an Michelles Haustür und rief Simon auf ihrem Festnetz an - er ging ran und nach einigem Zögern öffnete er mir. 
 Es war warm, schwül - er lag mit großen Unwohlsein auf dem Bett, hatte seit zwei Wochen Verstopfung und kein Medikament hatte durchgeschlagende Wirkung gebracht... - am liebsten hätt ich ihn "geschnappt" und in eine Klinik-Notaufnahme gebracht - das wollte er aber nicht. Wir unterhielten uns, ich erfuhr, dass er doch seine "Arbeit statt Strafe" erst beenden muss, bevor er in Therapie gehen kann - mich hatte sein "sofortiges Vorhaben" nach meinem Besuch Ende Mai ja sowieso schon gewundert... was mich traurig stimmt sind seine ständigen Halbwahrheiten, gar Lügen - ja nicht nur mir gegenüber, sondern letztendlich sich selbst gegenüber... er bat nicht um Geld, brachte mich damit zum Glück nicht in Gewissensnot, denn das hätte ich ihm nicht direkt auf die Hand geben wollen... er wollte auch nicht zum Treff mit Mirjam ins Restaurant mitkommen. Ich empfahl ihm, mal  Glaubersalz zu trinken, schmeckt zwar fürchterlich, aber hat radikale Wirkung...
Später beim Treff mit Mirjam (wir setzten uns gleich neben Michelles Haustür in das gute vietnamesische Restaurant) musste sie erst mal "runterkommen" von ihrer Thematik des Schreibens - mit dem unverhofft guten Wetter genossen wir das gemeinsame Abendessen. Sie erzählte mir, was sie Simon gegenüber empfand bei ihrem letzten Treff, wie "fertig" es sie macht, nicht wirklich eine Veränderung zu spüren, trotzt angebotener Hilfe und zu sehen, dass es so immer wieder im Kreis läuft- naja, der Hamsterradlauf halt...  Ich gebe ihr das nötige Geld, damit sie mit ihm zusammen, sein Smartphone aus der Pfandleihe wieder holt... Am nächsten Tag besorge ich das Glaubersalz für ihn, treffe ihn allerdings nicht an und stelle es vor Michells Wohnungstür mit einem kleinen Briefchen, das ich im Treppenhaus noch schreibe... fahre zum Ostbahnhof und bummel an der Eastside-Galerie entlang bis kurz vorm vereinbarten Treff mit der Chorsängerin, fahre noch mal zu Michelles Wohnung, klingel ohne Rückmeldung dann bei anderen wie vormittags, um ins Treppenhaus zu gelangen, sehe seine Schuh vor der Tür, klopfe und schelle - doch es öffnet sich nicht die Tür zum Abschiednehmen...  Zwei Tage später meldet sich Michelle per Mail und bedankt sich für die frische Erdbeermarmelade und gibt "Entwarnung" - sie ist im Grunde die Einzige, die sich nicht verliert im Gefühlschaos. Durch ihr sozialpädagogisches Praktikumsjahr bei Alkoholikern, ist sie in ihrer "Berufung" gewachsen, mit der Drogenproblematik umzugehen... anders als Mirjam, die nicht diese Probleme "vor der Haustür" annimmt in ihrem Studium, sondern vor allem die globalen Probleme als ihr Betätigungfeld sieht - und da passt "so ein Bruder" halt überhaupt nicht "ins Bild"... - so ähnlich gings mir ja auch - mittlerweile erkenne ich darin die Krankheit, die man akzeptieren muss, die ihn nicht "seiner selbst" sein lässt, aber andererseits die Entscheidung zur Veränderung nur von ihm selbst erwartet wird... das Hamsterrad - ein Teufelskreis... Mirjam dagegen hat nun, nachdem sie auch am Abend zuvor vom Brexit erfahren hat, andere Sorgen - sie plant(e) im September für ein Semester nach England zu gehen - unweit der irisches Grenze...nun muss sie sich erst mal erkundigen, ob das Erasmus-Programm für England eingestellt wird oder ob ihr schon zugesagter Antrag noch bestehen bleiben wird - sie sagte schon - hätte ich mich doch mal 25km weiter in Irland beworben...
 

4.7.16 00:13

Letzte Einträge: …von vielen Ereignissen überrollt, danken und hoffen, Hoffnung sollt nicht enden..., Hoffentlich nie wieder?, Petitionen contra Schönheitscreme und Regenwaldrodung

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


padernosder (6.7.16 11:24)
Hallo Dorehn,

von der "Augenweide" zur "Drogenproblematik", Kreisläufe ohne Ausweg... und dennoch lese ich es immer wieder gerne!

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen