Lebenslabyrinth - meine Geschichte

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...endlich der Urlaubsbericht - Teil 1

…habe sehr überlegt, ob ich noch vom Urlaub im Juli (8 - 22.) berichte oder…  - denn, ich hab mich sehr verschätzt in meinem Zeitmanagement - leider zu wenige Tage bis zum neuen Schuljahrsbeginn! - gut - der ging zum Glück eher entspannt los und ich hatte auch kurz überlegt, lieber  von der Documenta in KS zu berichten, wo ich mich vergangenes WE ausgiebig tummelte - aber ich will mir jetzt die Zeit nehmen, den Urlaubstagen nachzusinnen: 

Urlaubstage Teil 1: durch Berlin - Potsdam - Wittenberg mit dem Rad

…als klar wurde, dass die Reise anders verlaufen wird als geplant (Donauradweg Passau-Wien), war ich froh, nur erste ÜN-Buchungen im Voraus gemacht zu haben, die noch stornierbar waren… warum umplanen? …Simons Zustand hatte mich die Tage zuvor Anfang Juli bei meinem Besuch in B in Aufregung versetzt - vor meinen Augen zum vereinbarten Gespräch mit seiner Betreuung  wurde er aus dem „Betreuten Wohnen“ vorerst vor die Tür gesetzt - ihm selber war nur zum Heulen - aber er hatte wohl die Verwarnungen nicht ernst genug genommen… nun hieß es für ihn, erstmal ÜN in der „Krisenwohnung“ und zum Entzug bereit sein… mit unguten Gefühl musste ich wieder nachhause und konnte mit Selber-sorglos-Urlauben erst mal gar nix mehr anfangen - auch M. nicht, der einen recht guten „Draht“ zu Simon seit Dez. vergangenen Jahres aufgebaut hatte und…relativ spontan den Vorschlag machte, doch vlt. eher nach B zu fahren -  dort den „Urlaub“ zu beginnen und mal sehen, was sich dann ergibt (er hatte nur  14 Urlaubstage!)… also die fertigen Räder gesattelt und gen B… - eine ÜN fand sich „privat“ per Internet über Airbnb - etwas abenteuerlich diese Plattform, aber es klappte… und wie nahm es Simon auf? (Mirjam war zu dem Zeitpunkt gerade auf dem Folkfestival in Rudolstadt/Thüringen…sonst war nicht viel an „Außenkontakt“…Michelle war ja schon das ganze Jahr „weg“ - wieder in Frankreich) ...in den Tagen schwankte seine Stimmung zwischen Frohsein und Frustration - auf einer Seite fühlte er sich unterstützt, auf der anderen wollte er sich am liebsten nur „verkriechen“ - ein tel.-vereinbarter Treff zum Essen/Gespräch o.a. konnte sich bis zu 2-4h verschieben… M. hatte erstaunliche Geduld - er sprach vom typischen Krankheitsbild (unsere eigene Frustgrenze wurde seinerseits ziemlich „ausgereizt) ….aber wir machten auch „unser Ding“ - unsere ersten  Raderfahrungen in Berlin (bisher kannte ich B nur aus der  Auto- u. Bahn-Perspektive) …Wir radelten  als erstes die Spree entlang mit einem kurzen Abstecher zu den Hackeschen Höfen (Foto Nr. 4) - quer durch ganz Berlin  vom Wedding bis Treptower Park -  leider kein kontinuierlicher Weg für Radwanderer  vorhanden - aber wir kamen an interessanten Ecken vorbei, die ich sonst per Auto oder Bahn fahrend nicht zu Gesicht bekam… so der „Holzmarkt 25“, wo wir  - Beine baumelnd überm Wasser - an der Spree pausierten und beim hauseigenen Alternativ-Bäcker namens „Backpfeife“ verschiedene Brotsorten verkosteten - im Nachhinein erzählte Simon, dass dieser „Holzmarkt 25“  wohl aus einer (leider verdrängten) anderen Community entstanden sei… (Foto-Nr.2 )

https://www.rbb-online.de/kultur/beitrag/2017/04/holzmarkt-25-berlin-eroeffnung-club.html

Spät am Abend, nachdem wir schon dachten, dass es wohl kein Treff mit Simon geben wird - solang hat er’s hinausgezögert… - ging es im Dunkeln  auf offener Straße zurück zum Quartier (immerhin sind  am ersten Tag schon mal gut 30km Radeln zus.gekommen) 

Den nächsten Tag wollten wir uns bewusst erst abends mit Simon treffen (natürlich ging es uns immer auch darum, im Gespräch zu bleiben - wie geht’s weiter mit ihm/ zu was ist er bereit).Doch dann hat uns ein strömender Dauerregen vormittags am Plötzensee aufgehalten, wir weichten trotz Regenbegleitung und Regenschirm eine Stunde abwartend unterm großen Blätterdach eines Baumes so durch, dass wir unseren Plan nach Spandau zu fahren erst mal aufgeben mussten, ketteten unsere Räder an die nächstliegende S-Bahn und fuhren per Bahn gen Innenstadt um Simon zu treffen - er wollte unbedingt „Sea-life“ anschaun…da ich vor Jahren schon mal mit drin war, überließ ich das M. mit ihm und besuchte inzwischen endlich mal die umstrittene Humbolt-Infobox zum Berliner Schloßbau und die schöne Dachterrasse mit Blick zum Berliner Dom und der Museumsinsel. Nachmittags kam endlich die Sonne wieder hervor, so dass wir noch zum Spätnachmittag unsere Tour zur Spandauer historischen Zitadelle unternahmen (Foto nr. 5). Im Abendlicht spiegelte sich alles im ruhigen Wasser des Zitadellengrabens - ich liebe Spiegelungen und fühlte mich "belohnt"! (Foto Nr.6 )- das Ambiente strahlte einfach wunderbar Ruhe aus…

https://www.visitberlin.de/de/zitadelle-spandau

und… - die Havel war von einem Aussichtspunkt der Zitadelle zu sehen - die wollten wir am nächsten Tag gen Potsdam entlang radeln.

Das Wetter spielte am nächsten Vormittag mit und wir radelten „entlang“ der Havel, die wir leider selten wirklich sahen… - erst als wir am Großen Wannsee (Foto-nr. 12) ankamen, begleitet uns das Gefühl der Wasser-Radwanderung. Von dort aus entschieden wir uns für den längeren, aber interessanteren Berliner Mauerweg entlang des Wasserlaufs, vorbei an der Pfaueninsel u.a. alten Bauten. Da es richtig "doll warm" wurde, wagten wir „ohne alles“ den Sprung ins kühle Nass am sandigen Strand. Etwas später kamen wir in Potsdam an mit dem Ziel „Schloss Sanssouci“ (ich war 1986 das letzte Mal in Potsdam gewesen! - …damals, um beim DDR-Landesmusikwettbewerb als noch studentische Korrepetitorin eine junge Klarinettistin zu begleiten - also schon 30Jahre her)

Zum Glück fällt einem ins Auge, dass der jahrelange Soli-Groschen zum  Aufbau-Ost in vielen Städten sichtbar angekommen ist - so auch in der städtischen Sanierung von Potsdam! - Das Schloss und der Park waren ja schon „damals“ (vor `89) gehütetes Prestigeobjekt (Foto Nr. 9 u.10)… Ein wenig geärgert hat mich nur der starke Autoverkehr, der quasi die Fortsetzung des Parks oberhalb des Schlosses  mit seiner Straßenführung laut dröhnend durchschnitt, wobei anderseits gesittetes leises Fahrradfahren unmittelbar im Park verboten war - mmh -  war diese  „Logik“ zu verstehn?

Aber es war ein sehr schöner Tag, an dem ich nur kurz mit Simon telefonierte, denn wir wollten am nächsten Tag unsere Urlaubstour ab Lutherstadt Wittenberg fortsetzen…wir vereinbarten den Treffpunkt Südkreuz zum frühen Nachmittag vor unserer Abfahrt. Abends im Quartier - nach 50km radeln mit einigen überwundenen Steigungen plus dem Sihtseeing in Potsdam - waren wir beide erst mal „geschlaucht“  - aber es mir ließ es keine Ruhe, dass wir noch gar nicht wussten, wo wir eigentlich zur nächsten Nacht  sein könnten/werden… mmh… surfte ein bisschen rum, mal sehen was sich online bot - und klickte zwei  mögliche Anfragen an - in der Hoffnung am nächsten Tag zumindest eine positive Antwort zu bekommen - so ganz „laissez faire“ war mir nicht geheuer…,  während M. irgendwie keine Muse dazu hatte und vorzog, sich die Decke übern Kopf zu ziehen… war es Erschöpfung von der Tour oder auch, sich doch zu sehr nach Simon richten „zu müssen“ im Urlaub?  - die Antwort, ob überhaupt  richtig oder falsch diese Treffs hätt ich deutlicher von ihm erwartet, so dass sein (durchaus berechtigtes) „lieber-abschalten-wollen“ mich sehr beschäftigt hat - ich hab echt schlecht geschlafen in dieser  Nacht! - natürlich beschäftigt mich auch - einerseits positiv - dass Simon nach OS zurück möchte - so der neuste Stand seines Vorhabens - andererseits war da meine Sorge, dass das Hamsterrad „Hotel Mama“ sich nicht wieder drehen sollt - mir fehlte aber seine Einsicht, dass ohne Therapie er nicht aus diesem Suchtdruck kommen wird, um dann ein „neues Leben“ aufbauen zu können… 

Am nächsten Morgen nahmen wir uns viel Zeit bis zum Aufbruch - der Vermieter war eh schon  auf Arbeit… und kamen mittags am Südkreuz an, schlossen die Fahrräder samt Gepäck - wohl vertraulich! - am Bahnhofsvorplatz an  u. nahmen die spontan entstandene Mittagsverabredung zum Essen mit Mirjam wahr - sie muss noch „schnell“ ein 5-monatiges Praktikum abschließen, damit sie ihr Abschlusszeugnis  im Oktober nachträglich erhält - durch ihr Auslandssemester in Nordirland hat sie das erst nach ihrer  Bachelor-Arbeit  dran gehängt statt üblich davor zu machen. Wir sind mit ihr in ein burmesisches Restaurant gegangen, was sie empfehlenswert kannte. Sie sprach erfreut drüber, dass sie schon (noch inoffiziell, aber vom Mentor ihrer Abschlussarbeit) die Info mit bestandener „1,3“  hat - bemängelt wurde - wie schon im Vorfeld ihr als „Manko“ bewusst - dass ihr gewähltes Thema vom Umfang her mehr einer Doktorarbeit Genüge getan hätt als „nur“ dem Umfang einer Bachelorarbeit  … was solls - ich und wir haben uns mit ihr gefreut, dass sie diesen wichtigen Schritt im Leben bestanden hat!!  - wie‘s weitergeht - das muss sie nun entscheiden… Plötzlich kam auf meinem Handy ein unbekannter Anruf. Ich nehme zögernd ab -  es meldet sich die Tourist-Info von Wittenberg, ob denn die Quartiersanfrage noch aktuell wäre und ob es auch was anderes sein könnte - ja klar - und kurz darauf war unsere nächste Nacht  gebucht - wunderbar! …Mirjam musste zu ihrer Praktikums-Arbeitsstelle zurück und wir erwarteten Simon bald - dann wurde d. 1. Nachfrage nötig, ob… Kurz darauf meldet er sich, dass es etwas später wird…

Wir gehen ins Bahnhofscafe und lesen Zeitung… dann gehe ich zur Zeitüberbrückung  in die Bahnhofsbuchhandlung - M. bleibt und wartet… sehe von John Strelecky (nie gehört vorher) ein Buch -  beim Blättern lese ich in Großbuchstaben gedruckt den Gedanken: „Das Leben, das ich führe, spiegelt wider, welche Dinge Prioritäten bei mir haben. Wenn ich ein anderes Leben führen möchte, muss ich mir erlauben, andere Prioritäten zu setzen.“  - klug formuliert, finde ich, ob für jedermann/-frau immer so umsetzbar, aber fraglich…  -  schnell aufs Handy mit einem Klick gebannt.

… von Simon noch keine Spur - dann endlich sein Anruf - er mache sich auf den Weg (eigentl. wollt er schon da sein) - die erneute Geduldsprobe brach an, unsere eigene Zugabfahrt nach Wittenberg rückte näher -  an seiner Sprache erkannte ich schon, dass er nicht gut drauf ist… das schwül-feuchte Wetter lud nicht zum Rumbummeln ein und so trafen wir uns im Bahnhof - endlich - er freute sich über was Essbares und dass er sich noch was im Bahnhofssupermarkt an nötiger Kosmetik besorgen konnte, viel mehr Zeit blieb nicht - er wollte auch nicht groß sprechen! - aber sein ehemaliger Schulfreund P. meldete sich unverhofft, dass er ein paar Tage in B sein wird - ich freute mich, dass P. den Kontakt zu ihm hielt! - da ich im Frühjahr, als Simon sein Smartphone verlor und viele seiner Kontakte damit auch, von P. in Sorge zuhause angerufen wurde, was los sei, hatte ich seine Nummer. Noch im Zug simste ich ihm genaueres zu Simons Zustand und bat um ein tel. Gespräch in den nächsten 2 Tagen. Auch Mirjam bat ich noch mal, sich um Simon zu kümmern, falls er bis zu dem entscheidenden Schritt, nach OS zu kommen,  kein (zumindest) nächtl. Dach übern Kopf hat…

Kaum in Wittenberg und unserer Pension angekommen, brach ein fürchterliches Gewitter über die Stadt, so dass uns gar nix anderes „übrigblieb“, als es uns in der Unterkunft einfach nur schön gemütlich zu machen… weiteres Durchstarten begann erst am nächsten Morgen.

9.8.17 23:57

Letzte Einträge: …von vielen Ereignissen überrollt, danken und hoffen, Hoffnung sollt nicht enden..., Hoffentlich nie wieder?, Petitionen contra Schönheitscreme und Regenwaldrodung

bisher 6 Kommentar(e)     TrackBack-URL


padernosder (10.8.17 02:42)
Hallo Dorehn,

Deine "Urlaubsgefühle" nachempfinden zu wollen - das klappt beim ersten Lesen nicht. Und daran ist nicht der Regen schuld. Aber Du hast Berlin verlassen und ich hoffe, Du wirst mit irgendwelchen "Thesen" in Ruhe gelassen. ;-)


"Rex-Mama" / Website (10.8.17 03:59)
Dieser Prioritäten-Satz gefällt mir so gut, dass ich ihn mir nicht aufs Handy, sondern direkt hinter die Ohren geschrieben habe.
Und nun bin ich gespannt, wie es weiterging mit dem Urlaub.


Dorehn (10.8.17 09:51)
Hallo Padernosder - ja, die "echten" Urlaubsgefühle kamen/kommen tatsächlich erst nach den Tagen in Berlin...


Marie / Website (10.8.17 11:35)
Ich mag Berlin sehr, aber Berlin ist eben anders, gerade für jemanden vom Land. ;-)
Ich bin gespannt wie es weiter geht.

LG, Marie


Maccabros (10.8.17 15:13)
Wenn einer eine Reise tut...dan kann er/sie was erzählen...


Danke fürs Teilen


LG

Maccabros


Twity-Autor / Website (20.9.17 15:19)
Ich finde diesen "Baum" mit den vielen Verwurzelungen wunderschön und ich lasse gerne liebe Grüße hier! :-)

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