Lebenslabyrinth - meine Geschichte

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Von: Dorehn    An:   Claus

Betreff: meine Gefühle

Datum: 03 Sep 2013 14:18

Hallo Claus,

heut Morgen kam mir unter der Dusche ein Gedanke so klar vor Augen, dass mir erst mal laut ein "Sch...!" über die Lippen flutschte. ...ich wage ihn noch nicht wirklich auszusprechen. …projizier(t)e ich auf Dich eine verlorengegangene Person?... Vielleicht hast Du das schon eher gespürt, bevor der Gedanke mir so zur "Erkenntnis" kam…(?) Entschuldige bitte..., ich weiß, dass es mir nicht peinlich sein sollte, ist es aber...

Würde eine Auseinandersetzung damit aber Sinn machen, wenn ich gar nicht weiß, was ich in deinen Augen bin? Immer noch der suchende "liebenswerte Mensch" wie Du es geschrieben hast oder eher ein "Nicht-ganz-geheuerlich"?

Und ich frag mich grad, warum ich das so schreibe… statt "einfach nur" zu schreiben, dass ich viel an Dich denke und große Sehnsucht habe, Dich wiederzutreffen.

Dorehn

 

Von: Claus    An:   Dorehn

Betreff: Re: meine Gefühle

Datum: 03.09.2013 19:26

Hallo Dorehn,

ich habe kein Vertrauen in dich. Ich wünsche dir, dass du einen Menschen findest dem du traust und der dir vertraut.

Gruß Claus

 

Osnabrück, 5. September ‘13

Liebe P.-S.,

ich brauch deinen Rat, ich lauf in meinem Zimmer wie ein Tiger im Käfig hin und her und ringe mit der Vernunft! Ich bin einem „Phantom“ verfallen…oder wie würdest Du das bezeichnen, wie  ich mich derzeit „benehme“ (?)…  Warum trifft es mich so ungeheuerlich…ich hab ganz schnell den Kopf vom Schirm gedreht, als ich seine deutlichen Worte gelesen hab, nein, ich will es nicht wahrhaben… muss es aber! Ich weiß deine Antwort schon, schreib sie nicht! …ich muss sie selbst formulieren!

Wenn ich wieder ein bisschen klarer denken kann, dann ruf ich dich an…

LG Dorehn

 

Von: Dorehn    An:   Claus

Betreff: zum Abschied

Datum: Sat, 07 Sep 2013 13:31

Hallo Claus,

ja, lieber ein "Ende mit Schrecken als einer ohne..." - dieser von mir erzeugte "Schwebezustand" war auch für mich nicht mehr erträglich und so bin ich "froh", in meiner letzten Mail in die "Offensive" gegangen zu sein, die eine (eigentlich vorausgesehene) Antwort abverlangte, auch wenn sie mir weh tut und ich einer anderen Form des Abschiedsnehmens den Vorrang gebe.

Der vorangestellte Vorwurf des Nichtvertrauens kommt bei mir vor allem als Vorwurf der Unglaubwürdigkeit rüber und ich hoffe, dass er sich nicht auf das bezieht, was ich in meinen "Briefen" geschrieben hab. Mir waren sie wichtig, trotzt ihrer "gespenstig" komprimierten Sprachform oder gerade das führte mir das Ausmaß an Unerträglichkeit selber vor Augen und ich muss entschuldigend sagen, dass ich keine Rücksicht auf Zumutbarkeit eines Außenstehenden genommen habe. Nun muss/will ich andererseits jetzt Dir vertrauen, dass die Briefe niemals (!) in "andere Hände" gelangen, das ist mir ein dringliches Anliegen.

Es ist auch nicht meine Art, mich auf diese Weise (per mail) aus einer Beziehung zu verabschieden, so war es nie. Wenn ich einer Beziehung ein Ende gesetzt habe,  war es mir wichtig, bei einem Abschiedstreffen sich die Hand zu reichen und freundschaftlich auseinander zu gehen. Warum mir das wichtig ist, ist Dir sicher verständlich. Wenn du bereit dazu sein - und dies mir konkret zeitlich mitteilen kannst, wär ich froh. Vielleicht da, wo es begonnen hat, im Bagel‘s bei einer Tasse Kaffee zur Mittagszeit - fühl Dich eingeladen.

Dorehn

 

Von: Claus    An:   Dorehn

Betreff: Re: zum Abschied

Datum: 07.09.2013 13:58

 

Hallo Dorehn,

ich unterliege der Schweigepflicht, und so werde ich es mit deinen Briefen auch handhaben. Ich habe sie alle gelöscht. Unser letzter Treff in Osnabrück nach dem Klavierkonzert war ein Abschied, den ich nicht noch einmal wiederholen möchte. Ich wünsche dir eine gute Zeit und Glück auf deinem weiteren Lebensweg.

Gruß Claus

 

 

Tagebucheintrag 7.9. 2013,

Abschiedsworte, die,… ja was,…wieder mal die Welt still stehen lassen(?) … bin froh, allein zu sein…. Ich setze mir die Kopfhörer auf und versinke mit Tränen in der Musik…

 

 

Köln, 9.September 2013

 Liebe Dorehn,

ich mach mir Sorgen, wegen der Karte, die Du mir gesandt hast… melde dich bitte!...und Du kannst kommen, wenn dir danach ist, bin in der nächsten Zeit nicht auf Tour.

Ich denk an Dich,

Pia-Sophie

 

 

Osnabrück, 11.09.2013

LiebeP.-S.,                                                                                        

…will Dir schreiben, was mich in den letzten Tagen beschäftigt hat, ja es ist wie ein P.S.:

Unter der Dusche hat mich vor einiger Zeit „der Blitz“ getroffen, als mir klar wurde, was ich mir „in Claus“ reinfantasiert hab in der ganzen Zeit des Zusammenseins und vor allem auch danach. Ja, mir wurde klar - mit diesem abrupten Schluss-, dass er in meinem Leben die Rolle der verlorenen Mutter innehatte, …mit der ich in Gedanken immer weiter kommuniziert hatte, ja, ich hab sie mir ja immer an meiner Seite gehend geträumt… So wie ihn…Verrückt?

Ich versuche mir die Umstände klar zu machen: Irgendwie konnte ich nicht mit Claus echt reden, mein „Kindheits-Geheimnis“ trug ich in mir, aber es fehlte mir der Mut und das Vertrauen, „es“ mitzuteilen, mein Mund brachte kein Wort über die Lippen, obwohl er mir doch sehr viel bedeutete, ja, ich ihn liebte… So wie es damals war, wo ich nicht wusste, wie sie – meine Mutter - das damalige „Geheimnis mit diesen Mann“ aufnimmt – diese Situation trage ich nun schon eine Ewigkeit mit mir rum. Erst als es nicht mehr möglich war, über das, was mich bedrückt zu sprechen - damals wie heute - durch dieses unerwartete Ende – der Tod /die Beziehung -, das ich nicht wahrhaben konnte, so hab ich ihn gedanklich an mich zu binden versucht, um unbewusst in „Ihm“ jemanden finden, mit dem ich tag ein, tag aus innerlich „reden“ konnte.

Sind diese Parallelen, diese Handlungsmuster, nicht eindeutig? Noch ist mir selber der Gedanke unangenehm, wenn auch heilsam… aber wie kam es dazu, dass er diese Rolle einnahm?

Ich hatte am Anfang des Kennenlernens das Gefühl,- das hab ich ihm auch geschrieben-, dass ich mir auch nach dem mittlerweile 3.oder 4. Date innerhalb eines Monats wie „das Fünfte Rad am Wagen“ vorkam, wenn wir lange  miteinander gesprochen haben und nebeneinander saßen oder liefen, aber dann zum Abschied überhaupt keine Zuwendung von seiner Seite kam… - ich hab ja nicht gleich den Lippenkuss erwartet - aber eine kleine nette Umarmung, die sagt, du bist mir was wert, das wollte ich sehen…

..und dann musste ich Situationen erleben, als ich mit ihm zusammen war, wie er „für andere“ schöne Begegnungen arrangierte…, für einen Freund aus M. - ein großer bestellter

Frühstücksbrunch im Stadthotel war angesagt, ein andermal exklusive Sauna-Wochenenden mit seinen unmittelbaren (Männer-)Freunden… und dann… das schon für Oktober vorgeplante Hamburg-Woche zu seinem Sohn, wo er sich vor meinen Augen in Erfurt, als ich ihn dort im Sommer an der Bahn abholte, die Fahrkarte dafür  günstig organisiert…!, nein! bei so was zieht es mir schmerzlich im Bauch - einfach, ohne mich zu fragen, was ich in den Herbstferien tue, ob ich vielleicht mitfahren wollt …ja wie sollt ich da reagieren…sollt ich vor Neid erblassen, sollt ich eingeschnappt sein, sollt ich „die Kröte“ schlucken, die sagt, andere sind ihm viel mehr wert?

Ich sehn(t)e mich nach seinen Armen, die mich so liebevoll auch die ganze Nacht hielten, aber mir fehlten die Signale einer gewollten Beziehung seinerseits, einer geistigen Einbeziehung! …eine verheerende Situation für mich! …nein, ich konnte ihn so nicht wirklich als Partner bezeichnen, so sehr ich mir auch diese Beziehung wünschte, aber er war, wie ich meine Mutter erlebt hab, ich war eins der vielen Räder am Karren, eins, das auch damals unfähig war, eigene Erwartungen zu äußern und so hat er meine Sprachlosigkeit ein stückweit „ausgenutzt“ (sicher unbewusst), ohne mir das Gefühl zu geben und zu zeigen „Du, Dich hab ich lieb, dich will ich“…wie grausam diese Erkenntnis!!

Hier muss ich erst mal wieder meine Gedanken sortieren…

LG Dorehn.