Lebenslabyrinth - meine Geschichte

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Tagebuch - Erinnerungen an Melle bis März 1997 (3)

Abendbrotzeit...wütendes Schlagen an der Wohnungstür - mein Herz raste... ich wusste, wer da davor steht - noch waren die Kinder nicht zu Bett - ich empfand es, wenn auch "echt besch....eiden" als "Schutz" - und öffnete: da stand er - der Schwiegervater - zu dem Zeitpunkt damals schon fast Ex-Schwiegervater - denn Matthes hat sich zwei Wochen vor Simons 4. Geburtstag ziemlich eilig eine erstbeste Bleibe gesucht - ist ausgezogen, um vor meinen geplanten Auszug mit den Kids "zu fliehen" - ein Auszug aus seines eigenenen Vaters Haus,wo er nie wirklich sein wollte, weil die beiden nie miteinander zurechtkamen, der Vater ihn in seiner cholerischen Art als "Versager" bloßstellte - und ich? - wie "zwischen zwei Stühlen sitzend"

... und nun ein plötzliches Umschlagen seiner Einstellung - plötzlich war ich die "Böse", die Schuldige...er kam drohend mit seinem Gehstock auf mich zu - ich wies ihn lautstark zurück, ob er nicht sähe, das hier die Kinder, seine Enkel, sitzen und was er vor ihren Augen "treibt" ...er wich zurück, kam ein bisschen runter und wandte sich schimpfend wieder dem Ausgang zu - ich schloss die Eingangstür ab - zitterte am ganzen Körper... Mirjam und Simon saßen ganz stumm da...ihren fragenden Blicken konnte ich keine Antwort geben...für den überstandenen Augenblick waren sie "mein Schutz" gewesen... Die Schwiegereltern hatten im Haus nur eine kleine Souterrain-Ferienwohnung, wohnten ansonsten in OS... mir war klar, dass ich hier nicht bleiben konnte - wollte ich auch gar nicht - aber noch stand eine neue Wohnung nicht ganz fest...

Unsere Trennung hatte sich wie Lauffeuer in der kleinen Dorfgemeinde bei Melle rumgesprochen - wir waren erst vor gut 3 Jahren aus DA hierher gezogen, waren noch "die Neuen" ... aber eine liebe Bekannte aus dem Dorf - Isabell - rief mich gleich tags drauf an und bot mir sofort ihre Unterstützung an - das gab mir innere Sicherheit...  als ich "meine Rhöner", die Paten von Simon, benachrichtigte, rutschte meiner Freundin ein "Glückwunsch" raus... und Friedlinde, meine ein Jahr ältere Schwester in EF, die ich erstmals um Hilfe bat, die damals schon mit 5 Kids eigentlich genug zu tun hatte, kam bald darauf auch zum anstehenden Umzugs-WE...ich erfuhr unerwartete Bestätigung...

Nein, es ging so nicht mehr, ich war ja sozusagen schon physisch und psychisch an den Eheverhältnissen kaputt gegangen... und dazu diese "Atmosphäre" im Haus der Schwiegereltern...wo ich "herhalten" musste für ihre eigene Zerstrittenheit (!)... die Schwiegermutter in einem desolaten gesundheitlichen Zustand - kein Wunder bei diesem cholerischen Tyrannen als Mann (nach außen hin wirkte sie aber  fromm, herzlich, helfend, wenn auch etwas "einfältig")...  ja, dieser "Schwiegervater" hatte es auf mich abgesehen (!)...es ging soweit, dass er mir (!) ein Heiratsangebot gemacht hat...hallo?!?...was bildete der sich eigentlich ein?... er "benahm" sich wie ein "einfältiger Knarch" (ein A..., der knickerig alles zusammenhält - typischer "Kriegskindcharakter", der nicht gelernt hat, sich was zu gönnen im Leben und so für seine versteckten Sehnsüchte ein Ventil brauchte - (und vorerst fand in mir), der "neidisch" auf seinen Sohn und dessen "Partie" war...wie primitiv und ungeheuerlich zugleich diese Hirngespinste (!)  - und ich war zu dem Zeitpunkt unfähig, mich "zu wehren" - ich hatte keinen Ansprechpartner dafür... nur innerlich baute ich eine Barriere, die ich halten konnte...

Was musste ich erleben in den Jahren vor der Trennung?...mein Auto war kaputt, ja es hieß, auswärts wohnt ein guter Bekannter, der repariert es...um wieder weg zu kommen aus diesem einsamen Ort, fuhr Schwiegervater hinter mir her um mich dann für den Rückweg "einzusacken"...was er dann auch tat(!): plötzliche scharfe Bremsung am Wegesrand, seine rechte Hand packte mich am Knie und schon spürte ich seinen Atem an meinem Kopf - ich riss die Beifahrertür auf und konnte seinem Griff entkommen... lieber weiter trampen?... er "kommt wieder zu sich", entschuldigt sich und wir fahren schweigend die letzten Km zurück... die "Ohnmacht" die ich empfinde, kann mir auch Matthes nicht nehmen, dem ich dies am Abend schildere, der aber nicht seinen Vater entgegen treten kann... Einige Zeit später -im Sommer -... zu Besuch bei den Schwiegereltern - in ihrem Garten eine erneute "Gelegenheit" -obwohl ich stetig versuchte, ein "Alleinsein" mit dem Schwiegervater zu vermeiden, war es "passiert" - frontal ein Griff am Busen, ich stieß vor Schreck einen Schrei aus und dann sein Versuch, mich zu "knuddeln" - da sehe ich die Schwiegermutter an der Terassentür...kann seinem Griff entkommen, gehe aufgewühlt zu ihr und vernehme verharmlosend ein "ach-der-meint-das nicht-so" aus ihrem Mund... da fehlen einem die Worte, oder?... Später mal, ...das Telefon klingelt -ich nehme ab - seine Stimme: "Ich muss mit Dir reden... willst Du nicht mit mir zusammen ziehen?...ich habe genug Geld (dass wusste ich), um mit Dir ein neues schönes Leben anzufangen..."... ich lege auf - wie pervers dieses Geschwafel (!) und gleichzeitig fühl ich mich abhängig - ja, Matthes konnt mir kein "Schwiegereltern-unabhängiges-Leben" bieten - unser Geld war immer knapp... ein Darlehen für den Kauf meines Cembalos bekam ich auf keiner Bank, das bekam ich "nur" vom Schwiegervater...

Ich wagte mir, in der größten Not - der Trennungsphase - diese finanzielle Misere der lieben Bekannten und ihrem Mann vor Ort zu offenbaren... sie halfen mir anstandslos über ein neues privates Darlehen die Schulden an den Schwiegervater loszuwerden...

Vorsprache beim Jugendamt - meine Psychtherapeutin konnte meine vordringliche Finanzsorge verstehen und verwies mich auf die "Geldquelle"... die Sachbearbeiterin dort zuckte nur mit den Schultern und meinte lakonisch: "ach, Sie könnten Millionärin sein und hätten trotzdem Anspruch auf Unterhaltszahlung"... naja, dann war ich wohl an der richtigen Adresse gelandet, denn zu erwarten von Matthes hatte ich nix...

- so zumindest wurde es für mich realistisch, eine eigene Wohnung zu mieten für die Kids und mich - fand eine geräumige Souterrain-Wohnung mit ebenerdigen Hauseingang, quasi in den Hügel gebaut... kaum war ich mit Hilfe meiner Freunde und Geschwister um-/eingezogen, sah ich schon von weitem den Ex-Schwiegervater in der Straße aufs Haus zukommen... ich rief die Kinder - bzw. zog sie eben noch spielend vorm fast ebenerdigen Fenster durch dieses in die Wohnung...kaum war das Fenster wieder verschlossen, knallte sein Gehstock an die Scheibe, er hatte es nicht mehr geschafft, das Verschließen zu verhindern...fluchend wandte er sich wieder ab...

 

Teil 4 - Therapiestunde

"...hatten Sie nicht überlegt, die Übergriffe des Schwiegervaters anzuzeigen?"...ich sitze mit gesenktem Blick da, wie so oft, wenn's mir peinlich wurde - hier, während der Therapiestunde ...Schulterzucken - weiß nicht -"es war ja nix wirklich passiert" hauch ich und verfall in parallele Erinnerungen, die in meinem Kopf kreisen - ja, da war doch dieser fiese sommersprossige rothaarige Typ, der mich damals am Ende der zweiten Klasse an der Bachböschung bedrängte, was ich für mich behielt, mir nicht traute, zuhause zu erzählen... und später? - "Grapschen" war öfters angesagt... selbst im Beisein meines festen Freundes - damals zu Beginn der Studienzeit - absurd - wir gingen  Arm in Arm durch eine entgegenkommende Menschenmenge und plötzlich zuck ich zusammen, ich wurde frontal gezielt "angegriffen" von einem Typen, der sofort wieder in der Menschenmenge untertauchen konnte... und es gab selten Schutz davor ...schon im Teeniealter - beim Zugfahren suchte ich möglichst eine "Oma" im Abteil, neben die ich mich setzen konnte, um nicht als "Frischfleisch" den Fummeleien der algerische Hilfsarbeiter, die ja zu DDR-Zeiten angeworben wurden, ausgeliefert zu sein - sie setzten sich bewußt neben ein Mädchen, mit dem sie "sprechen" wollten, um dann schamlos mit der Hand  am Rücken unter die Wäsche zu gehen - sich schnellstmöglich verziehen war angesagt... die "Spitze des Eisbergs" erlebte ich auf einer Zugfahrt zu meiner Patentante - kaum jemand drin im Zug, ich bin vertieft in ein Buch und bemerke nicht, das ich nur noch allein im Abteil sitze - zwei russische Soldaten ziehen an mir vorbei - einer macht kehrt - setzt sich mir gegenüber und will sich unterhalten - schwierig, da wir in der Schule kaum ein Russisch gelernt haben, was zur Konversation taugte, halt nur der "sozialistischen Gehirnwäsche" diente... plötzlich sprang er auf mich zu und biß sich an meinen Lippen regelrecht fest - meine verzweifelter Versuch, diesen Typ von mir weg zu kriegen scheiterte, da die kurzen Stoppelhaare ziehend nicht zu greifen waren - plötzlich ein Pfiff - von dem anderen...er ließ von mir ab und verschwand... ich saß geschunden da, tupfte meine blutende Lippe ab... endlich angekommnen - die besorgten Blicke meiner Patentante dann öffneten das Ventil, meinem Schmerz weinend freien Lauf lassen zu können...

Was ist Übergriffigkeit - wo beginnt sie?...wann spricht man von Lappalie... "so was" anzeigen?... ein weites ungeklärtes Feld bis heute, obwohl sich schon an Recht und Gestz zugunsten des Opfers einiges bewegt hat... sicher sind diese Formen der Übergriffigkeit und Belästigungen bis heute die "stille Alltäglichkeit"...