Lebenslabyrinth - meine Geschichte

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15.10.2015 – aus dem Blogeintrag „…von vielen Ereignissen überrollt“:

… „Freiraum“ (den ich dringend im Grunde auch brauche) für die kommenden 14 Tage ist entstanden… Die Gartenhütte muss noch winterfest gemacht werden, zu meinen Geburtstag will ich nochmal in Berlin weilen bei meinen Kids, denn zum Verweilen und Zusammensein war an dem 10.10. so gar keine Zeit… und bei ihnen haben sich ja wieder Veränderungen angebahnt… Simon rief mich gestern an, dass er  sein neues WG-Zimmer beziehen kann noch in dieser Woche, was er im Zuge seiner begonnenen Therapie zum längerfristig „betreuten Wohnen“ bekommen hat – sein Sozialtherapeut und  sein Berater beim Arbeitsamt arbeiten Hand in Hand – er klingt zuversichtlich was die angenommene Hilfe anbelangt, um sein altes Leben hinter sich zu lassen…wenn ich auch gedämpft meine Bedenken bei der neuen WG habe, freu ich mich, dass er etwas von sich aus verändern will....und seine Freundin? – ja, die gibt es noch… ich hoffe, nun demnächst auch sie mal begrüßen zu können…

 

30.10. - Blogeintrag „Herbstrausch contra trübes Grau“

Zwei Tage Gartenarbeit in Vieselbach (das Laub des riesigen Walnussbaumes zusammenrechen und die Terrasse an der Gartenhütte wieder winterfest verkleiden) und wichtigen finanziellen Klärungen -die mir im Vorfeld viel Arbeit und ein mulmiges Gefühl bereiteten, da es mit zwei Geschwistern um Vermessungsangelegenheiten  ging - wollten endlich erledigt sein...und ich konnte zufrieden - insbesondere nach dem nichtstressigen Gespräch mit Johannis, dem Jüngsten unter uns  Geschwistern, der mir noch einiges an Geld schuldete - dann nach Berlin aufbrechen mit der Hoffnung, Zeit mit Mirjam und Simon zu haben...Mirjam nahm sie sich, trotzdem sie Stress hatte in ihrer WG bei der Suche nach neuen WG-Mitbewohnern... Simon meldete sich erst mal nicht, dann kam er aber doch auch vorbei zum Abendessen, einem Pfannen-Gemüse-Pilzgericht - vielleicht vor Hunger, denn es dauerte nicht lange und er bat mich um Geld und legte mir ein Apothekenrezept vor die Nase, wo er zuzahlen muss, um das Medikament zu bekommen - ein vom Psychiater verschriebenes "Antriebsmittel"... seine fordernde Art stieß Mirjam auf und sie, die vorher  ihn immer "gedeckt" hat und es nicht als ihre Aufgabe ansah für oder gegen Simon zu sprechen, sagte plötzlich mit ebenfalls fordernden Nachdruck: "Hey, dass find ich jetzt ziemlich dreist...willst du Mama nicht erst mal sagen, was generell los ist?...was z.B. Substitutionstherapie heißt, wenn Du es schon so selber ansprichst?"... also, ich ahnte schon - "die Katz war aus dem Sack" ... innerlich zwar aufgewühlt, jedoch mein Gefühl hatte schon länger mit dem Schlimmsten gerechnet... es tat mir eher weh, dass er kein Vertrauen hatte, mir nicht die Wahrheit gesagt hat, als ich ihn beim letzten Besuch vorm Sommer  gefragt hatte, ob harte Drogen mit im Spiel seien... er sprach damals von wüsten Alpträumen "weil er nicht mehr rauchen tät"... in Wahrheit hatte er ein anderes Substitut bekommen gegen..., welches diese Alpträume hervorrief - ...nun wurde er neu umgestellt auf Methadon contra Heroin... und um den Tag zum Tag werden zu lassen, um dies zu können, braucht er das auf dem Rezept stehende Medikament...

...nach einer ungeschlafenen Nacht stand ich zum vereinbarten Termin vor seiner WG- Haustür, er hatte gerade einen Arzttermin hinter sich und war total müde... wir gingen gemeinsam in die Apotheke nebenan und dann holten wir die Sachen, die ich ihm für die neue Wohnung aus OS mitgebracht hab, aus dem Auto... ansonsten wollt er Schlaf nachholen, um am Abend wieder fit zu sein - er hatte vor, seinen Einstieg in die  neue "WG" mit einem selbst gekochten Essen (Chilli con Carne) zu geben... 

Mirjam kam kurz darauf wie verabrebredet, denn ich wollte schon lange mal zu einem "Lunchkonzert" in die Philharmonie am Tiergarten und sie wollte mit - wir mussten uns beeilen, da ich von meinem ersten Versuch im Jahr zuvor wußte, dass diese Foyerkonzerte sehr beliebt sind und man zeitlich zu knapp kommend keine Chance mehr hat noch eingelassen zu werden...Eintauchen in die impressionistische Klänge des Konzertprogramms - ja fast medidativ lauschten wir auf dem Boden sitzend zwischen vielen anderen, die sich auf den Treppenaufgängen und oberen Brüstungen des Foyers niedergelassen haben bei toller Akustik der Musik und dem hervorragenden Spiel der jungen Künstler, selbst die leisesten Töne schwebten durch den Raum...

Mirjam musste danach wieder zur Vorlesung, ich bummelte im Zentrum weiter, erst in die gegenüberliegende Matthäikirche, die einfach durch ihre schlichte Schönheit zur inneren Stille führt, dann weiter durch den Tiergarten zum Holocaust-Denkmal, was ich bisher nur im Vorbeigehen wahrgenommen hatte und auch jetzt nur bis zu den Stelen betrat, die mich noch drüber schauen ließen - die engen Gänge, vor allem die mit den übergroßen Betonstelen, strahlten zu viel Bedrückung aus, der ich mich nicht derzeit nicht aussetzen konnt...

Erwachen am nächsten Morgen - das Handy klingelt, überraschend ein Anruf von meiner Schwester Walltrud, zu der ein eher unverbindlicher Kontakt in großen Abständen besteht...sie gratuliert mir zum Geburtstag - es erstaunt und freut mich zugleich...dann ein nächster Anruf aus Italien - Eberhard spielt mir eine Melodie am Strand stehend auf der Trompete ins Ohr -auch eine echte Überraschung...danach schau ich in die Küche, Mirjam bereitet ein Frühstück vor, mmh lecker - mit einem selbstgebackenen Kuchen:

....nur eins fehlte, ein kräftiger Pott Kaffee dazu, so dass ich kurzerhand beschloss, gleich nach dem Frühstück für ihre WG einen neuen Kaffeebereiter zu kaufen - der dann auch gleich eingeweiht wurde, verbunden mit einem längeren Gespräch zu ihren Problemen, wo ihr grad die Schuh drücken... am Morgen noch schwankte ich, wie ich den Tag verbringen könnte, ob ich mir einen schönen Thermetag gönne oder in Charlottenburg in die Gerstenberg-Galerie gehe... die verbleibende Zeit bis zum geladenen Geburtstags-Dinner ließ nur noch das eine zu - die Galerie, der auch vom Ticket her gleich noch die Nachbargalerie angehörte, so dass 3h schon eher knapp wurden - der Surrealismus in seinen vielen Facetten stand im Mittelpunkt - sehr interessant...

Treffpunkt zum Dinner war Mirjams WG, ihre afrikanische Freundin kam auch und Simon kam mit Michelle, seiner Freundin, die ich nun erstmals begrüßen konnte - eine wirklich nette hübsche natürliche Studentin aus Mirjams Studiengang... da gingen mir Fragen durch den Kopf - was verbindet die beiden eigentlich?...ist es ein Helfersyndrom ihrerseits?- sie kennt durch ihre Praktikumsarbeit durchaus das Milieu in dem sich Simon bewegt - aber das fragte ich während des Zusammenseins nicht... wir hatten im Vorfeld ein indisches Restaurant ausgewählt und spazierten gemeinsam hin...ohjeh, wie benahm sich Simon plötzlich im Restaurant? Ihm fielen immer wieder die Augen zu und dann bettelte er regelrecht nach Geld für neuen Tabak im kleinen Lädchen nebenan - Eine rauchen musst dranghaft sein...die anderen versuchten scherzhaft die Situation abzutun, obwohl es eine bittererernste war - ich hatte durchaus vor, ihm am nächsten Tag noch mal etwas Geld zu geben für nötige Dinge, aber so - jetzt? - ich gab klein bei, um das unmögliche Benehmen zu beenden... das Essen war lecker, das Dessert zum Abschluss gab es eiskalt in kleinen bemalten Tongefäßchen, die man auch mitnehmen konnt, tolle Idee... 

Am nächsten Tag noch mal ein kurzes Date mit Simon vor meiner Heimfahrt... ich saß an seinem Tisch im Zi, es klopfte und eine Sozialbetreuerin schaute rein, er stellte mich kurz vor und sie sprachen noch mal über die Regeln mit Besuchern...er war gut drauf. Zum Abschied entschuldigte er sich für sein Verhalten am vergangenen Abend - ich legte ihm nahe, vor allem mit M. darüber zu sprechen, denn ich konnt mir nicht vorstellen, dass dieser "öffentliche Auftritt" gestern, keine womöglich für ihn negativen Folgen haben sollt...und dann fiel ihm überhaupt erst wieder ein, warum das Dinner war - und  gratulierte mir nachträglich mit einer sehr herzlichen Umarmung...mit eher zweispältigen Gefühlen trat ich meine Heimreise an... 

...zum Glück ohne Stau gings von der Autobahn geradewegs zur Chorprobe

1.12. – Blogeintrag „November

...wo soll ich hin mit all dem Erleben, wenn mir die Zeit zum Verarbeiten fehlt?   Sitze im Fernbus nach Berlin und will versuchen den Monat November in der Dringlichkeit dieser Reise zusammen zu fassen: 

 
Do, 5.11., genau 14 Tage nach meiner Abreise aus B: ich hab seitdem nichts mehr gehört von Simon, mein Versuch ihn anzurufen, bleibt ohne Reaktion... von Unruhe gepackt, suche ich den Umweg über Mirjam - es ist schon spät, aber dann endlich doch - ihre Stimme am Ohr: "...komme grad von Simon,es geht ihm sehr schlecht, nein, der kann sich grad nicht bei dir melden, er muss morgen für 14 Tage in die Klinik, geschlossene Psychiatrie, hat wieder hart Droge konsumiert..." - Wird er den Schritt schaffen, in die Klinik zu gehen? - "...ja, seine Freundin geht morgen früh mit" - Schweigen...warum 'das' wieder? - die jüngsten Ansätze der Besserung am Boden zerschlagen?... Mir ist klar, dass ich ihn aus der Ferne nicht erreichen kann, er erst mal wieder "zu sich" kommen muss...


WE, 7./8.11.: Chorauftritt und Konzert mit Eberhard unter dem Titel "Life is a cabaret"- zu Ende ...und es ist wieder spät, ich versuche Mirjam zu erreichen, sie meldet sich, ist sichtlich geschafft und etwas gereizt - Simons Freundin Michelle ist gerade bei ihr, sie sucht Hilfe, da sie seinen Rückfall nicht verkraftet...und legt auch mir nahe, psychologische Beratung zu suchen ... zum Glück gibt sie mir die Stations-Tel.nummer, mit der Bitte, aber nicht mehr heut anzurufen, denn die Mitarbeiter sind schon wegen ihres späten Anrufs etwas genervt gewesen...warum? - das erfuhr ich später von Simon...


Mi, 11.11.: endlich hab ich mal vormittags Zeit und wähle die Stations-Nr., ...die Mitarbeiterin weist mich auf d. Schweigepflicht hin, aber ich kann über das Patienten-telefon versuchen, Kontakt mit Simon aufzunehmen...es ist Mittagszeit, als ich die Nr. dann wähle ...er wird ans Telefon gerufen - und... seine Stimme klingt klar und "aufgeräumt", vlt. ist er sogar froh, dass ich mich melde - er erzählt, wie 'es' dazu kam:  als eine Sachbearbeiterin beim Jobcenter ihn Mittel streichen wollt, weil angeblich sein Antrag dazu nicht eingegangen sei, den er aber im Beisein des Sozialbetreuers rechtzeizig abgesandt hatte...und dann - als sich Wut, Verzweiflung und Ohnmacht aufbaute, er keinen Ausweg fand, zur Droge griff... ich frage, ob ich ihn besuchen kann am WE, er wehrte es nicht ab, weiß aber nicht recht, ob es was bringt - ...ich auch nicht, vor allem hatte ich lange schon vorher einer Chorsängerin zugesagt, auf ihrer Goldenen Hochzeit zu spielen u. meine Anfragen bei meiner Freundin u. einem anderen Klavierkollegen dies zu übernehmen, liefen ins Nichts... - und erst So-morgen losfahren? ...evtl.ein Gespräch am Mo-morgen mit dem behandelnden Arzt zu suchen, wollte Simon nicht anbetracht des kurzen Aufenthalts hier in d. Klinik... wir verbleiben, noch mal morgen zu tel. - ich muss nun losfahren zum Unterrichten...


Do-Mittag, 12.11.: ein kurzes Gespräch mit Simon, seine Stimme wirkt müde, die Medikamente machen ihm zu schaffen, war gestern Abend verpflichtend bei einer Selbsthilfegruppe - aber es waren nur alte Männer, er fühlte sich unwohl da... sein Vorhaben, heut morgen im Klinikgelände zu joggen, ließ er fallen, obwohl er gestern noch ganz motiviert war, als er mir davon erzählte... Ich sage ihm, dass ich nicht kommen werde, eher später, wobei es dann erst zum 1.Advent-WE wird... er fühlt sich schon vorerst "aufgehoben" von seiner Freundin und von Mirjam, die ihn regelmäßig abwechselnd besuchen... samstags will er sich bei einem Verein vorstellen, wo er seine vom Gericht auferlegten Sozialstunden abarbeiten kann, statt Strafe zahlen... (wurde mal erwischt beim Klau eines guten Parfums u. wegen einer Polizei-/ Beamtenbeleidigung bei einer Demo)


So-Abend, 15.11.: mein Versuch, wenigstens mal einen der beiden, Mirjam oder Simon zu erreichen, bleibt ohne Rückmeldung... ich hatte Mirjam gemailt, ob sie Simon im Notfall für den nötigsten Einkauf Ende November Geld leihen könnt, wenn sie das Gefühl hat, er (ver)braucht es tatsächlich dafür....


Die-Abend, 17.11.: mein Anruf auf Station wird angenommen, aber Simon selber ist z.Z. wohl nicht da, sondern wieder bei einer Selbsthilfegruppe unterwegs...


Do-Mittag: beim Anruf in der Klinik erfahr ich, dass er schon entlassen ist, er selber ist nicht erreichbar... da sich auch Mirjam nicht meldet, überweis ich Simon die 20,-€ fürs Nötigste, worum er gebeten hatte...


Fr, 20.11., 10.30uhr: ich ruf ihn auf dem Handy an - seine verschlafene Stimme meldet sich: ja, er ist froh, erst mal wieder ausschlafen zu können in seinem Zimmer... konnte sich gestern beim Betreuerdienst seinen Wohnungs-und Zi-schlüssel wiedergeholen...und... ach ja, Danke für das Geld und... muss bald raus und sich beim Arzt melden... das sogenannte "Antriebsmedikament" scheint ihn eher zuzusetzen, als "befreiend" zu wirken...Ich bin solchen Psychopharmaka sehr skeptisch gegenüber, äußere es aber vorerst nicht.


Fr-Abend: schaue schon mal nach Zug-o. Busverbindungen für das 1. Advent-WE und schreib meine Schwester Begine an, die derzeit in B arbeitet und eine kleine Wohnung hat, denn Mirjam ist es nicht so recht, wenn ich bei ihr übernachte, aufgrund ihrer erst ganz neu einziehenden Mitbewohner, ...

     
WE 21./22.11.: mit dringend nötigen Arbeiten im Garten vor Wintereinbruch kann ich mich ablenken - Wassertonne leeren, Rankrose am Haus kürzen usw., ...am Sonntag dann die geplante Schülerkonzertmatinee und Barockbandprobe -beides nicht verschiebbare Termine, die mich somit an dem WE nicht nach B fahren lassen... abends versuche ich meine Gedanken zu sammeln, mal dem nachzugehen, was mich "mitschuldig" an Simons Situation quält - notiere in einer Positiv-Negativliste verschiedenste Ereignisse seines/unseres Lebens auf, die einschneidend waren...aber so richtig vorwärts bringt mich das nicht... bin erschöpft.


Mi-abend: ein kurzes Telefonat mit Simon, dass ich d. Fernbus nach B. u. eine Übernachtung gebucht hab und wir vereinbaren schon e. Zeitpunkt unseres Treffens...


Fr 27.11. -vormittags: recherchiere anhand einiger Unterlagen von Simon die Krisen-Ansprechpartner und vereinbare für ein Gespräch einen Termin mit dem PSB in Neukölln... es wird sicher ein "allgemeines" Gespräch werden um die Arbeit u. Perspektiven von Methadon-Abhängigen, denke ich....


Sa-abend: die Hinfahrt im Bus (im Polstersessel des "rollenden Wohnzimmers" mit Dimmerlicht, Stromanschluss für Laptop u. Co, W-LAN wer's braucht, saubere Toilette, witzige Live-Unterhaltung durch den Fahrer) geht zu Ende...fahre gleich mit der U-Bahn zur gebuchten JH-Unterkunft, da meine Schwester mir ausgerechnet an diesem WE keine Übernachtung geben konnt, gerne am nächsten etc...aber die anderen Advents-WEn sind bei mir schon wieder mit Musik belegt...


So-morgen, 29.11.: - treffe mich mittags mit Mirjam, wir wollen brunchen/uns unterhalten u. ein bisschen bummeln bevor es dann dunkel wird...und ich dann zu Simon aufbreche... habe schon Advents-und Nikolausgeschenke mit- Natur-pur-Äpfel u.a. Sachen von zuhause dabei (macht über die Hälfte des großen u. viel zu schweren Koffers aus). Da ich weiß, dass Mirjam dieses Weihnachten nicht nach OS kommt, sondern in B feiern will, hab ich schon ein paar Geschenke dabei... und Simon, ob er wohl kommt zu Weihnachten?...


So-abend spät: ...bin froh, die Reise gemacht zu haben - auf die Gespräche kam es mir an - und die blieben nicht an der Oberfläche, insbesondere bei Simon war ich zwar erst skeptisch, da er körperlich zusätzlich durch einen Infekt sich unwohl fühlt, selbst sein Lieblingsessen bei Azzam nur zur Hälfte schaffte und er sich den anderen Teil mit nachhause nahm. Dort bat ich noch um Tee, um in Ruhe mit ihm zu reden... wir sprachen viele Dinge an, die ihm und die mir auf der Seele lagen...dankte ihm zum Abschied dafür. Zu dem Gesprächstermin am Mo wollte er aber nicht mitkommen...Mirjam reagierte erstaunt, dass ich da hingehe, denn sie wird am Mo-abend mit Simons Freundin zusammen auch erstmals dort eine Angehörigen-Selbsthilfegruppe aufsuchen...


Mo, 30.11.: Rückfahrt ins noch frühere Dunkelwerden durch den anhaltenden Regen, meinen Klavierschülern von heut Nachmittag hatte ich im voraus abgesagt... Das Gespräch im PSB zum Vormittag war kompetent, aufschlussreich, informativ, auch wenn der Mitarbeiter meinen Sohn, wie auch Simon ihn, nicht kennt...meine Fragen verstehend, hat er Antworten allgemein in den Gedankengängen eines Süchtigen aufgezeigt, also versucht darzustellen, wie so einer "tickt" und die Begrenztheit der Einsicht und des Handelns deutlich gemacht... schockieren tut mich vor allem, dass das Methadon-Programm kein Ausstieg aus dem Drogenkonsum bedeutet, im Gegenteil, diesen fast noch schwieriger macht, aber trotzdem von den Drogensüchtigen eher gewählt wird, statt einer echten Entzugstherapie...  Dunkelheit umfängt mich, die Autobahngeräusche und die Stimmen im Bus sind meine Begleiter, gleich komme ich zuhause an und dann muss ich mich zur Chorprobe aufmachen...