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Was für ein Tag! - nach 25 Jahren Mauerfall

...ich verfolgte im Fernsehen die Bilder...wünscht mir, mitten drin zu sein im Trubel an der ehemaligen Mauer in Berlin...rufe meine Kinder an...ja, sie sind gerade an der Warschauer Str. - man hört durchs Telefon die vielen Leute!

Was für ein Tag! Habe den Tag des Mauerfalls damals nicht in Berlin erlebt, nein...lebte in der Nähe von DD...und war abends bei Freunden auf einem Geburtstag...eine knisternde Stimmung herrschte...sowieso schon seit Tagen, ja, Wochen...aber an dem Abend ganz besonders...dann kamen im Radio die Nachrichten...was? wie? Reiseerlaubnis?...alle schauten ungläubig...was geht hier vor sich?...es blieb uns noch bis zu meinem Aufbruch nach Hause unklar, was wirklich geschehen war... keiner konnt es beschreiben...ich legt mich mit innerer Unruhe schlafen, denn ich hatte am nächsten Tag einen privaten Studientag bei einer Cembalistin - wollte nach Lpz. aufbrechen... nach dem Aufwachen am 10.11. - ich war gerade am Zähneputzen und stockte mittendrin - ich traute meinen Ohren nicht!...man kann mit einem Stempel bei der Polizei sofort gen West!...in mir überschlug sichs...ich konnt "einfach so" also jetzt zu Matthes (meinem damalig zukünftigen Mann - wir hatten noch im August den Heirats - und entsprechend für mich den Ausreiseantrag - gestellt)...der Plan, heut nach Lpz., flog über Bord, ...stattdessen rannte ich geradewegs zur nächsten Polizeistation...eine riesige Menschentraube drängelte sich dort am Eingang...endlich durch die erste Tür - man wurde von der Masse mitgedrängt, fast erdrückt, jeder wollt am liebsten zuerst dran sein...nach einer Stunde Schweißbad in drängelnder Masse dann der Lauf zum Bahnhof, welcher Zug fährt da überhaupt Richtung "gen West"...mit einer Fahrkarte in der Hand dann zur Poststation, um ein Telegramm aufzugeben . "Ich komme!"...ein paar Klamotten in den Rucksack und dann los mit dem nächstmöglichen Zug Richtung Grenze und dann sehen, wie es weitergeht...

Im vollgestopften Zug - der Zugbegleiter hatte keine Chance durchzukommen - kam der spannende Moment...alle rissen die Fenster runter, um das Passieren der Grenze noch sichtbarer zu verfolgen ...vorher Ausweiskontrolle, ob der Stempel wohl auch drin sei...die Grenzposten völlig überfordert...und dann...nur wenige Kilometer ins "Neue Land" gefahren und es strahlte uns eine "farbige Welt" an... Grüne Wiesen im Nov.!...rote Dächer!...(jetzt fehlten nur noch die Zitronen am Baum, um das ganze Farbspiel endgültig fragwürdig erscheinen zu lassen...) ...nein das war echt!...  nur bei  immer wieder Mitdrängeln war ein Vorwärtskommen auch beim Umstieg in den nächsten Zug  nöglich...

Ankunft in Darmstadt...und es hatte geklappt - das Telegramm war also angekommen...ich wurde von Matthes und noch zwei anderen Freunden aus dem Partnerstädte-Arbeitskreis der ESG empfangen! Da blieb dann einfach kein Auge trocken...es war immer noch zu unglaublich! wie ein Traum...

 

10.11.14 02:54

Letzte Einträge: Schade, kein neuer Blog möglich..., Alle Hände voll zu tun! - trotzt Ausgangsverbot

bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Maccabros (10.11.14 06:31)
es liegt an uns, es NIE zu vergessen und zu bewahren...


leonardus / Website (10.11.14 20:40)
Danke für die überaus eindrückliche Beschreibung, die einen persönlichen Umbruch, der zugleich ein kollektiver gewesen ist, lebendig widerspiegelt.
L.G.


Pascale (6.12.14 15:50)
Die Feierlichkeiten in Berlin waren einmalig und haben meine persönlichen Erlebnisse über den Tag des Mauerfalls wieder auferweckt.

LG

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