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Damals – Frühjahr 1988: ESG -Vortrag über zukünftige Flüchtlingsströme

Es ist lange her, noch zu DDR-Zeiten…ich war  fertig mit dem Studium und im ersten Absolventenjahr an einer Musikschule angestellt… da ich völlig fremd in der Dresdner Region war, hab ich Kontakt zur ESG (Ev. Studentengemeinde) vor Ort gesucht… diese für mich nachstudentische Zeit hat mir damals sehr geprägt, denn ein so frei-denkerisches (Studenten-)leben wie dort hatte ich in meiner Studienzeit in Leipzig nicht miterleben können, im Studium war permanent nur Hochleistung und politisches Gehorsam, um am Ball bleiben zu dürfen, angesagt…
Frühjahr 1988 – in der Ev. Studentengemeinde wurde ein  Vortrag über  eine unausweichliche Flüchtlingswelle aus der 3. Welt gehalten, die übers Mittelmeer nach Europa kommen wird – eine Vision, unaufhaltsam…
Ich weiß nicht mehr, wer diesen Vortrag gehalten hat, aber es hatte mir damals Gänsehaut gemacht… in meinem Kopf entstand ein beängstigendes Bild von einem drohenden Heuschreckenschwarm…
Es ging zwar vorrangig um die Auseinandersetzung mit den Wirtschaftsmächten, die genau diesen Sog erzeugen werden, wenn nicht endlich ein lebenswertes Leben in den  Armutsländern ermöglicht wird… die Folgen der Wirtschaftsgier waren  also vor mehr als 25 Jahren schon voraussehbar – und sicher gab es nicht nur in diesem Vortrag, den ich zufälligerweise miterlebte…
Und nun sind sie da - die Flüchtlinge - und wir fühlen uns überrollt… und wüste Prognosen für die kommenden Jahre schüren die Angst unter den Europäern…  hautnah - im unmittelbaren Wohnumfeld - wird nun Weltmacht in seinen Auswüchsen miterlebt... mir stand wieder der Vortrag vor Augen und ich bekam wieder Gänsehaut, aber nicht wegen der Flüchtlinge, sondern wegen der Mächtigkeit des Überbaus, der halt das Fluchtszenario hervorruft…
Hatten die Westdeutschen Ende 1989 auch Angst, als plötzlich fast 17 Millionen Ostdeutsche über die Grenze kamen? (zum Glück kamen die meisten nur, um sich das Begrüßungsgeld abzuholen)... im Nachhinein der Öffnung wurden ja auch mal Stimmen laut, die Mauer wieder zu ziehen… also, es gab sie schon immer, die Stimmen zur Abschottung… jetzt, wo eine Million Kulturfremde die deutsche Grenze passieren, sind wieder  „Drahtzieher“ am Werk – wegen der Überfremdung und weil diese Fremden das recht oder schlecht  eingerichtete Wohlstandsleben so durcheinander bringen… wer von diesen „Drahtziehern“ tut  eigentlich etwas, um die Wurzel des Übels am Kragen zu packen? … nein, blöd, geht ja nicht, denn das wär wie das Sägen am eigenen Ast, auf dem man sitzt - der „Macht“, die doch stetig weiter wachsen soll (Kriegsmaschinerie incl.) und ihren politischen "Hampelmännchen"… Ein Teufelskreis also – oder gibt es Hoffnung auf eine „bessere Welt“?


20.10.15 09:16

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


"Rex-Mama" / Website (20.10.15 22:24)
Hm, nein 1989 hatten wir keine Angst,allerdings bekamen wir persönlich die Folgen der Wende auf dem Arbeitsmarkt sehr deutlich zu spüren. Durch den Zuzug so vieler junger Konkurrenten aus dem Osten sanken für etliche Jahre die Chancen, bei Bewerbungen auch nur in die engere Wahl zu kommen, fast auf Null.

Hoffnung auf eine bessere Welt?
Ich habe sie ehrlich gesagt nicht. Solange sich die Menschheit jeden Tag um weitere 200.000 vermehrt, solange Religionen fundamental ausgelebt werden und solange knallharter Kapitalismus diese Welt beherrscht, wird sich kaum etwas zum Besseren wenden können.


Maccabros (30.10.15 05:18)
Da war keine Angst - nur die Freude darüber, dass die Teilung endlich vorüber war - auch wenn es hüben wie drüben leider noch immer Menschen gibt, die die Mauer im Kopf haben.

Die heutige Situation ist anders - das geeinte Europa ist gescheitert, wenn viele nur dafür sind, wenn es Vorteile gibt...

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